Samstag, 20. September 2008

Schleichwerbung auch in Östereich

Berlin/Bonn (pte/19.09.2008/16:30) - Der deutsche Presserat http://www.presserat.de/ hat heute, Freitag, fünf Zeitungen wegen Verletzung des Pressekodexes gerügt. Vor allem die unsaubere Trennung zwischen Werbung und redaktionellem Inhalt stieß den Presse-Hütern dabei sauer auf.

Auch in Österreich erweckt die redaktionelle Anmutung von Werbung ohne besondere Kennzeichnung oft den Eindruck, es handle sich um Beiträge aus der Redaktion. Damit wird gerade jetzt bei der Wahlwerbung der Grundsatz der klaren Trennung verletzt.

Immer wieder werden auch Meinung und Meldung vermischt. Was dabei herauskommt, sind "Nachrichten", die nicht nur den reinen Sachverhalt wiedergeben. In Boulevard-Blätter findet man derartige Verstöße wesentlich häufiger als in renommierten, grundsatzstarken Medien.

Freitag, 19. September 2008

Cannabis wirkt gegen hochresistente Bakterien

pte080919004 Forschung/Technologie, Medizin/Wellness
Moleküle der Pflanze als Ausweg aus der Antibiotika-Misere

Wissenschaftler der landwirtschaftlichen Versuchsanstalt Cra-Cin http://www.cra-cin.it in Rovigo und der Università del Piemonte Orientale http://www.unipmn.it in Novara haben bisher unbekannte Heilkräfte der zur Gattung der Hanfgewächse gehörenden Cannabis-Pflanze aufgedeckt. Die in Zusammenarbeit mit der School of Pharmacy in London durchgeführten Labortests haben gezeigt, dass die auch als Rauschmittel genutzte Pflanze gegen hyperresistente Superbakterien eingesetzt werden kann. "Die von der Cannabis produzierten Moleküle THC, CBD, CBG, CBC und CBN erweisen sich als wirksames Mittel gegen die besonders in Krankenhäusern verbreiteten Superbugs", erklärt der Institutsdirektor Enrico Biancardi." Das gilt insbesondere für die Staphyllokokkenstämme EMERSA-15 und EMERSA-16, die gegenüber Antibiotika äußerst widerstandsfähig sind". Beim ständigen Kontakt mit Antibiotika träten Veränderungen in deren Erbgut auf, was die Bakterien auf Dauer unzerstörbar mache. In Italien seien allein 18.000 Todesfälle im Jahr und somit mehr tödliche Ausgänge als bei Aids-Erkrankungen die Folge. Im Verlaufe der drei Jahre dauernden Untersuchungen wurde außerdem festgestellt, dass die Cannabis-Substanzen CBD und CBG bei den gegen Penicillin besonders resistenten Bakterien die effizientesten sind. Ihre therapeutischen Eigenschaften werden neuerdings auch in Kanada genutzt, wo die Apotheken mit dem Verkauf von Cannabinoid-Mischungen zur Behandlung schwerer neurologischer Erkrankungen begonnen haben. Einzelheiten zu der Entdeckung der italienischen Wissenschaftler und ihrer britischen Kollegen wurden in der Fachzeitschrift "Journal of Natural Products" veröffentlicht. (Ende)

Donnerstag, 18. September 2008

Untersuchungs-Ausschuss Innenministerium beendet

Österreich ist kein Rechtsstaat mehr. Jeder weiß, dass im Innenministerium noch eine ganz Menge zu untersuchen wäre. Dazu kommen übergeordnete Probleme. Die Exekutive, die Staatsanwaltschaften und Gerichte bis hin zu den Schreibkräften sind durch die überbordende Kriminalität längst überfordert. Die Aufklärungsquote - jede Stunde werden über 70 Straftaten verübt - sinkt dramatisch. Man muss sich jedoch fragen, was passieren würde, wenn diese Quote erheblich steigen würde. Dann wären die Institutionen des Rechtsstaates noch weit weniger in der Lage, die Strafakten in halbwegs vernünftigen Zeiträumen abzuarbeiten! Außerdem: Wohin mit den irgendwann dann doch Verurteilten? Die Gefängnisse sind ja trotz der niedrigen Aufklärungsquote bereits übervoll. Nein, Österreich darf sich nicht länger als Rechtsstaat bezeichnen…

Mail an Peter Pelinka, U-Bahn-Zeitung "Heute"

Ich lese immer wieder Ihre treffenden Kommentare. Dieses Mal musste ich aber eine "Ungenauigkeit" feststellen, die Sie doch wirklich nicht nötig haben. Sie loben Faymann, weil er "echte Integration als Hauptaufgabe" sieht und rügen Strache, weil er Wahlwerbung in türkischer Sprache "anprangert". Wahlwerbung richtet sich bekanntlich ausschließlich an österreichische Staatsbürger, und die sollten doch Deutsch können, ganz egal aus welchem Land sie zugewandert sind. Wenn sie kein Deutsch verstehen, obwohl sie österreichische Staatsbürger werden konnten, hat Faymann seine "Hauptaufgabe" schlecht erledigt...

Wahl 08: Elefantenrunde auf Puls 4

Hut ab vor Puls 4! Eine nicht nur attraktive, sondern auch rhetorisch gewandte Manuela Raidl und ein erstaunlich objektiver Josef Broukal führten souverän durch die Sendung. Die ORF-Konfrontationen wirken dagegen fast ein bisschen bieder. Was besonders stört: Die doch schon etwas verbrauchte Thurnher kann sich nicht auf ihre Rolle als Moderatorin beschränken, erliegt immer wieder der Versuchung mitzudiskutieren...

Der abwesende Faymann hat eigentlich niemandem gefehlt. Hat er Angst gehabt, bei einem privaten Sender ungeschützt bestehen zu müssen?

Ehrung unter Parteifreunden

Ex-Politiker Hannes Androsch wurde von Du-Freund Bundespräsident Fischer mit dem "Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst" ausgezeichnet. So viel ich weiß ist zum Beispiel der sentimentale Österreicher Frank Stronach noch in keiner Weise geehrt worden, obwohl er gegen jede rein kaufmännische Vernunft hunderte Millionen hierzulande investiert und tausende Arbeitsplätze geschaffen hat. Gut, das Fußball-Experiment ist gründlich schief gegangen, aber das kann doch nicht der Grund dafür sein, dass er nicht einmal einen "Kommerzialrat", "Professor" oder sonst was für die Visitenkarte bekommen hat...

Millionen für Wahlwerbung aus dem Budget

Wenn man sich medial ein bisschen auskennt, kann man nur staunen. Da werden von Ministerien und der Gemeinde Wien Farb-Panorama-Anzeigen (Doppelseiten) geschaltet, die sicher aus dem normalen Budget bezahlt werden, nicht aus dem für Wahlwerbung. So schont man die Parteikassa und kann doch die eigene Arbeit schönfärben. Was Wien anlangt, hat man überhaupt den Eindruck, dass die meisten Medien mit Hilfe von Millionenaufträgen so beeinflusst werden, dass sie auch redaktionell die Meinung des Inserenten vertreten. Nur so ist zu erklären, dass Zeitungen, die an sich absolut keine Freunde sind, den selben Kandidaten pushen...

Pornos für Kinder

Als (Ex-)Alleinerzieher von drei Kindern und als routinierter Internet-User kenne ich die großen Gefahren, die von diesem Medium ausgehen. Es gibt zu wenig Schutz vor pornografischen Inhalten. Ähnlich besorgniserregend sind die bildfähigen Handys, auf die jeder gegen ein paar Euro - ohne Alterskontrolle - Pornos laden kann, die dann von "fortschrittlichen" Schülern in der Klasse herumgereicht werden. So werden insbesondere Mädchen zum Spaß - gegen ihren Willen - mit Inhalten konfrontiert, die sie schockieren. An wen sollen sie sich wenden, um sich zu schützen? An die Lehrer, an die Eltern? Unmöglich! Die Gesellschaft verschließt ihre Augen vor den erschütternden Einzelheiten, die unsere Kinder zerstören. Dann wundert man sich über Verhaltensauffälligkeiten und schimpft auf die allgegenwärtige Gewalt. Über die für Kinder extrem belastende Pornografie redet niemand.

Mittwoch, 17. September 2008

Wahl 08 - Strache gegen Faymann

Die Moderatorin der Konfrontationen nervt. Jedes Mal, wenn es spannend wird, entzieht sie dem Angreifer das Wort. Strache musste sie darauf hinweisen. Sie hat auch gleich gekuscht. -Gnädige Frau, lassen Sie doch die Leute ausreden - auch wenn es nicht ganz in Ihr starres Konzept passt!

Montag, 15. September 2008

Loyalität vor Kompetenz

Warum wird unser Land nicht optimal regiert? Weil im Unternehmen Österreich Chefs am Werk sind, die vom Volk nicht nach Kompetenz, sondern nur nach Sympathie (aus)gewählt wurden. Und diese meist weitgehend ahnungslosen Herrschaften suchen sich ihrerseits wieder Mitarbeiter, die nur eine Qualifikation brauchen: Sie müssen loyal sein! Österreich wird also von Freundeskreisen regiert. Dieses System reicht hinunter bis zu den Gemeinden. Schwarz und Rot haben das Land fest im Griff, im staatlichen Bereich, im halbstaatlichen und in einer Vielzahl von speziellen Einrichtungen, die nur der Unterbringung von Parteifreunden dienen...

Die Super-Demokraten

Wenn insbesondere die roten Politiker, unsere Angestellten wie alle Politiker, in Sachen EU großartig von Demokratisierung/Volksabstimmung reden - warum haben sie uns, ihre Arbeitgeber, nicht gefragt, als sie ihren Vertrag (Legislaturperiode) einfach von vier auf fünf Jahre verlängert haben? Das wäre doch naheliegend gewesen? Oder fühlen sie sich nicht als Angestellte der Bürger, meinen sie, die Bürger sind für sie da (besonders vor Wahlen)? Höchste Zeit, dass diese Befragung nachgeholt wird! Möglicher Wortlaut: Seid ihr Bürger damit einverstanden, dass sich unser derzeit auf vier Jahre befristeter Dienstvertrag in Zukunft bei guter Leistung immer wieder um fünf Jahre verlängert? Eure Entscheidung ist natürlich jederzeit widerrrufbar.