Samstag, 28. März 2009

Gewalt ist eine Antwort

Generaldirektoren, Vorstandsvorsitzende, Bankbosse... fühlen sich vom "Fußvolk" bedroht. Wütende Bürger wollen das Raubrittertum von denen da oben nicht länger hinnehmen. Hohe Erfolgsprämien (ohne Erfolg) und staatliche Zuschüsse schüren die seit langem schwelenden Aggressionen. Politiker schreien (populistisch) mit dem Volk und tun so, als ob sie nicht zum System des Nehmens gehörten. Kommentatoren argumentieren mühsam gegen den beginnenden Aufruhr: "Gewalt ist keine Antwort."

Gewalt ist ein unmissverständliches Signal, dass etwas nicht stimmt. Und Gewalt hat - in letzter Konsequenz - schon vieles zum Besseren verändert. Nur ein Beispiel: Die unerträglichen Zustände in französischen Vorstädten wurden erst wahrgenommen, als die ersten Brandsätze flogen... Jetzt ist man dabei, die Situation dort so zu verbessern, dass es zu keinen Revolten der von der Gesellschaft beiseite Geschobenen kommen kann...

Gusenbauers Jobakrobatik

Gusenbauer ist bei der Arbeiterkammer angestellt - mit recht ordentlichen Bezügen. Er dürfte aber für seinen Job nicht viel Zeit haben. Seine USA-Engagements als Gastprofessor und seine anderen geschäftlichen Verpflichtungen - ganz aktuell: laut "profil" Beiratsvorsitzender bei Signa-Holding - nehmen ihn voll in Anspruch. Bleibt nur zu hoffen, dass die AK nicht auch noch für seine erheblichen Spesen aufkommt...

Sonntag, 22. März 2009

Anreas Koller zum Thema "Huldigungsjournalismus"

Andreas Koller, Leiter der Wien-Redaktion, Salzburger Nachrichten (SN), spricht im "Standpunkt" v. 21.3.09 dem Blog-Betreiber aus der Seele.

Sehr geehrter Herr Koller,

als Salzburger, der jetzt (wieder) in Wien lebt, weiß ich Ihren "Standpunkt" besonders zu schätzen. Es ist unglaublich, wie die merkwürdige Allianz Krone/Heute - Österreich zustande kommen konnte. Es ist unglaublich, wie abhängig Wiener Medien bis hin zu den Bezirkszeitungen vom gigantischen städtischen Kommunikationsetat sind. Was da offen (als Werbung) und verdeckt (als Promotion mit und ohne Hinweis) platziert wird, ist für westliche Gemüter unvorstellbar. "Huldigungsjournalismus" ist in Wien längst allgegenwärtig. Was ich nicht wusste und mich daher besonders interessiert hat, ist Ihr Hinweis auf die "journalistische Unabhängigkeit" des Wrabetz-ORF. Der Mann ist mir ab sofort wesentlich sympathischer. Dass in diesem Umfeld die seriöse Berichterstattung der SN und die gescheiten Kommentare immer wichtiger werden, ist verständlich. Ich bin jedenfalls froh, dass ich die SN auch nach Wien bekomme - wohl der beste Schutz gegen eine schleichende Infektion durch den allzu oft ferngesteuerten Boulevard-Journalismus...