Tagesgespräch in Berlin und ganz Deutschland:
Der türkische Botschafter in Deutschland, Ahmet Acet, hat den in der Bundesrepublik lebenden Türken Passivität vorgeworfen. Er kritisierte seine Landsleute als zu „zurückhaltend“ und „reaktionslos“.
„Seitdem ich hier bin, beobachte ich, daß die türkische Community einige gesellschaftliche Ereignisse stillschweigend annimmt und keine Reaktion zeigt. Wenn das Kind nicht weint, wird es auch nicht gestillt. Unsere Gesellschaft weint nicht genug“, sagte Acet gegenüber der türkischen Zeitung Sabah.
Dabei könne in Deutschland jeder ohne weiteres demokratische Rechte geltend machen. Als Beispiel nannte der Diplomat den Fall eines muslimischen Schülers in Berlin, der vor Gericht das Recht durchgesetzt hat, regelmäßig in einem gesonderten Raum zu beten. „So kann auch das Recht des muttersprachlichen Unterrichts in den Schulen eingefordert werden“, schlug Acet vor.
„Bitte nehmen Sie die deutsche Staatsangehörigkeit an”
Den türkischen Eltern in Deutschland warf er vor, sie kümmerten sich zuwenig um die Türkischkenntnisse ihrer Kinder. „Ich habe hier Familien getroffen, deren Kinder kein Wort Türkisch können.“ Dabei sei es wichtig, daß die Kinder Türkisch schreiben und lesen können, um die Verbindung mit der Türkei aufrechterhalten zu können, sagte der Botschafter.
Er hob zugleich hervor, daß das Erlernen der deutschen Sprache das Allerwichtigste sei. „Wir sagen unseren Landsleuten immer wieder: ‘Bitte nehmen Sie die deutsche Staatsangehörigkeit an, damit Sie das Wahlrecht und eine politische Beteiligung in der Gesellschaft erreichen, denn wir müssen die Probleme zusammen mit den Deutschen lösen’“, sagte Acet der Zeitung.
Scharf kritisierte der türkische Diplomat die Äußerungen von Thilo Sarrazin. Dieser habe den Türken in Deutschland geschadet. Acet zeigte sich aber zufrieden mit der Kritik an den Sarrazin-Äußerungen in der deutschen Öffentlichkeit. Die „türkische Community“ dagegen habe die nötige Reaktion nicht zeigen können. (ms)
Samstag, 31. Oktober 2009
Dienstag, 27. Oktober 2009
Wiens Häupl macht Strache überflüssig
Die "Law and Order"-Schiene, die der Wiener Bürgermeister seit Monaten fährt, könnte Strache durchaus überflüssig machen. "Wenn Häupl jetzt endlich erkannt hat, worum es den Wienern wirklich geht, brauch ma den Strache nimmer", tönt es aus Gemeindebauten. Und tatsächlich hat der alte Mann und die Stadt wieder mal viel Gespür bewiesen. Lieber - ohne es so zu nennen - nach rechts schwenken, als die Macht im Roten Wien zu verlieren. Natürlich gibt es nach dem jahrelangen Schlendrian eine ganze Menge Mist wegzuräumen, aber der Biss in den sauren Apfel könnte bei der Wien-Wahl mit süßen Prozentpunkten belohnt werden...
Montag, 26. Oktober 2009
Der schwarzer Platter würde den roten Fischer wählen
Der schwarze Tiroler Landeshauptmann Günther Platter plädiert für einen Verzicht der ÖVP auf einen eigenen Kandidaten bei der Bundespräsidenten-Wahl. Was ist nur in diesen Tiroler gefahren, dass er in dieser überregionalen Sache so weit den Mund aufmacht? Die ÖVP soll den mehr als links angehauchten Fischer bei seiner Wiederwahl unterstützen? Das käme einer Bankrotterklärung des bürgerlichen Lagers gleich. - Sollte es der FPÖ gelingen, Fiedler in Stellung zu bringen, wäre die Blamage perfekt.
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