Aktuelle Österreich-Beschimpfungen
Seit Thomas Bernhards "Heldenplatz" hat es immer wieder mehr oder weniger heftige Attacken gegen Österreich und seine Mentalität gegeben. Was Alfons Haider kürzlich veranlasst hat, Österreich als "beschissen" zu bezeichnen, was jetzt Peter Pilz im Zusammenhang mit dem Kärntner Hyposkandal einen "bis auf die Knochen korrumpierten Staat" bezeichnet, ist doch nur ein erbärmliches Parteienkonglomerat, das nur deshalb so gut dasteht, weil ein fleißiges, ehrliches Volk - bisher - den totalen Absturz verhindert hat.
Österreich befindet sich in der Geiselhaft von Parteien, die es über Jahrzehnte hinweg fertig gebracht haben, das ganze Land zu durchsetzen: Über die rein politischen Institutionen hinaus reicht der rot-schwarze Arm bis hinein in die kleinste Dorfschule. Die Farbenlehre ist wie in keinem anderen europäischen Land Richtschnur für alles, was geschieht. Der riesige Verwaltungsapparat, aufgeteilt auf neun Bundesländer, dient in erster Linie den Parteien, nicht dem Menschen. Die Gewerkschaften, Kammern, Sozialversicherungen, Wohnbaugenossenschaften, Energieerzeuger/-versorger, die Flughäfen/-linien, die Straßenbaugesellschaften, die Krankenhäuser, Seniorenwohnhäuser, Pflegeheime, der ORF - einfach alles unterliegt der Kontrolle der Parteien, die diese Einrichtungen auch als Endlager für ausgediente Funktionäre missbrauchen.
Der Parteienstaat, in dem bei der Jobvergabe nicht die Qualität zählt, sondern nur die Loyalität, kostet uns - ohne die völlig überhöhten Politikergagen - pro Tag satte 470.000 €. Das ist international ein negativer Rekordwert! Die Freunderlwirtschaft und der Parteienfilz haben ein Ausmaß erreicht, das das staatliche Gefüge zu destabilisieren droht. Die zunehmende Wut der Bürger, die gefährliche Politikverdrossenheit bedrohen die demokratischen Mechanismen. Dazu kommen die negativen Auswirkungen der aktuellen Sicherheitssituation und die ungelöste Integrationsproblematik, die dazu führen, dass sich die Bürger im eigenen Land nicht mehr wohl fühlen ...
Ein Lob zum Schluss: Dank und Anerkennung gelten der mutigen Presse, die Missstände immer wieder ungeschönt aufzeigt, obwohl die Parteien mit millionenschweren Eigenlob-Inseraten eine Abhängigkeit zu erzeugen versuchen.
Donnerstag, 21. Januar 2010
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