Donnerstag, 26. August 2010

Diabetes: Deutschland schafft Angabe von Broteinheiten (BE) auf Lebensmittelpackungen ab - Übergangsfrist

>>> Aus für spezielle Diabetiker-Lebensmittel vernünftige Entscheidung

Berlin - Die Kennzeichnung diätetischer Lebensmittel soll aufgehoben werden. Zur Behandlung von Diabetes mellitus gelten inzwischen die gleichen Empfehlungen für eine gesunde Ernährung wie für die Allgemeinbevölkerung. Laut einem dem Bundesrat zugeleiteten Entwurf des Bundeslandwirtschaftsministeriums zur Änderung der Diätverordnung werden verschiedene Informationspflichten für die Lebensmittelwirtschaft aufgrund neuer ernährungsphysiologischer Erkenntnisse abgeschafft.
Personen mit Diabetes mellitus benötigen demnach keine speziellen diätetischen Lebensmittel mehr. Für sie gelten inzwischen die gleichen Empfehlungen für eine gesunde Ernährung wie für die restliche Bevölkerung.


>>> Verrückt: Angabe von Broteinheiten wissenschaftlich nicht mehr empfohlen - eine Entscheidung, die noch einen Wirbel auslösen wird. Typ-1-Diabetiker vergessen...

Wie es in der derzeit noch gültigen Diätverordnung heißt, sind diätetische Lebensmittel für eine besondere Ernährung bestimmt, wenn sie den besonderen Ernährungserfordernissen bestimmter Gruppen von Personen entsprechen, deren Verdauungs- oder Resorptionsprozess oder Stoffwechsel gestört ist. Da eine diabetesgerechte Ernährung den Grundzügen einer ausgewogenen vollwertigen Mischkost entspricht, wie sie von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) für gesunde Erwachsene generell empfohlen wird, kann dem Ministerium zufolge die Diäteigenschaft für Personen mit Diabetes mellitus in der bisherigen Form nicht mehr definiert werden. Die Angabe von Broteinheiten wird ebenfalls wissenschaftlich nicht mehr empfohlen. Die starre Festlegung von Kohlenhydrat-Austauscheinheiten gilt danach für die Mehrzahl der Typ-2-Diabetiker als nicht mehr gerechtfertigt.


>>> Übergangsfrist von zwei Jahren

Im Zusammenhang mit der Streichung der spezifischen Anforderungen an Diabetiker-Lebensmittel sollen vier Informationspflichten für die Wirtschaft entfallen. Dabei handelt es sich um den Hinweis "zur besonderen Ernährung bei Diabetes mellitus im Rahmen eines Diätplanes" und um die Angabe derjenigen Menge des Lebensmittels, die einer Broteinheit entspricht sowie um die Worte "nur nach Befragen des Arztes" in Verbindung mit dem Alkoholgehalt bei diätetischem Bier für Diabetiker. Auch den Warnhinweis "für Diabetiker nicht geeignet" bei bestimmten süßstoffhaltigen diätetischen Lebensmitteln wird es auf den Verpackungen künftig nicht mehr geben. Die Umstellung soll aufgrund einer Übergangsfrist von zwei Jahren keinen Mehraufwand bei den Unternehmen verursachen. Der Bestand kann abverkauft und die Änderungen können im Rahmen der regelmäßig stattfindenden Verpackungsumstellungen vorgenommen werden.


>>> Weniger Vorschriften bei Babyflaschennahrung

Laut dem Entwurf zur Änderung der Diätverordnung werden zudem die Vorschriften zur Zusammensetzung bestimmter Säuglingsanfangsnahrung neu geregelt. Das war durch die Änderung der Europäischen Richtlinie über Säuglingsanfangsnahrung und Folgenahrung aus dem Jahr 2006 notwendig geworden. Im Gemeinschaftsrecht sind bestimmte Vorgaben zu Höchst- und Mindestmengen von Vitaminen und Mineralstoffen in Säuglingsanfangs- und Folgenahrung, Beikost sowie bei Lebensmitteln für kalorienarme Ernährung zur Gewichtsverringerung verändert beziehungsweise gestrichen worden. So werden die Höchstmengen für Vitamin A, D und E in Säuglingsflaschennahrung abgeschafft, ebenso die Höchstwerte an Vitamin A in Lebensmitteln auf Getreidegrundlage für Säuglinge und Kleinkinder. Für den Gehalt an Jod werden die Mindestmengen in Säuglingsflaschennahrung und in diätetischen Lebensmittel zur Gewichtsreduzierung sowie die Höchstmengen in Flaschennahrung und Getreidebreien gestrichen.

Wiener Wahl: 100 Millionen für die Macht

Die Materialschlacht um Wien hat mit über 100 Millionen die Stadt und die mit absoluter Mehrheit regierende SPÖ bisher mehr gekostet als bundesweite Wahlen. Seit Jahren gibt es auf allen Ebenen zunehmend intensive Bemühungen um den Wähler. Allein das Maßnahmenpaket zur Rettung des Wählerpotenzials im Gemeindebau verschlingt Millionen, die natürlich nicht in die Betriebskosten einfließen können, sondern von der Allgemeinheit getragen werden müssen. Eine Vielzahl von neuen Ordnungskräften soll den verunsicherten Bürgern signalisieren: Wir kümmern uns um euch. Die Rathauskommunikation hat ein unermessliches Budget zur Verfügung, um in Form von redaktionell anmutenden und nur versteckt mit Hinweisen wie "Werbung", "Promotion" oder "Bezahlte Druckstrecke" gekennzeichneten Eigenlob-Seiten ein ideales Wienbild zu vermitteln.

Diese Phase, die derzeit noch andauert, bereitet die eigentliche Wahlwerbung vor, die aus Kostengründen (Schonung des Parteibudgets) relativ spät einsetzen wird. Die aktuellen Anzeigen-Sujets (Stadtwerbung) enthalten suggestiv wirkende Elemente (wie das Kreuz auf dem Stimmzettel). So soll die Brücke vom optimierten Thema Stadt zum Bürgermeister, der ja die Stadt IST, geschlagen werden. Wer jetzt die Stadt mit ihren vielen kommunizierten Vorteilen schätzt, soll im entscheidenden Moment intuitiv den Häupl ankreuzen. Die Online Plattform "Stimmen für Häupl - Stimmen für Wien" folgt ebenfalls dieser Strategie. Eine Methode, die nicht erst in Wien angewandt wird... Häupl soll also - kurz gesagt - über die Stadt mit der weltweit höchsten Lebensqualität verkauft werden. Da spielt es keine Rolle, dass dieses Prädikat nicht von der Bevölkerung vergeben wurde, sondern von Managern, die gar nicht ständig hier leben...

Wien wird also in den Himmel gehoben und das gefährliche Ausländerthema totgeschwiegen. Politik-Experte Thomas Hofer im Österreich-Interview überraschend unkorrekt: "...dass Michael Häupl etwa Strache als 'Finsterling' und 'Loser' abqualifiziert, hat seinen Grund. Er will nicht über das Ausländerthema direkt reden, sondern Strache selbst schlecht machen - und ihn ins Nazi-Eck stellen, damit er so wie Barbara Rosenkranz untergeht."