Samstag, 4. September 2010

Salzburger Nachrichten politisch extrem korrekt - Andreas Unterberger setzt Kontrapunkt

Der Chefredakteur der Salzburger Nachrichten gehört auch zu jenen " Träumern" (siehe Kommentar Kontroverse, Ridi v. 3.9.), die Fakten einfach negieren, nur weil jemand dort und da übertreibt. Perterer ist insoferne ein Extremist, als er extrem politisch korrekt agiert. Der Mann ist weich wie Margarine, wenn es darum geht, kommunikativen Widerstand gegen eine Entwicklung zu leisten, die an sich jetzt schon unumkehrbar geworden ist. Gäbe es nicht mutige Leserbriefschreiber, die erstaunlicherweise hin und wieder zu Wort kommen, dann müsste man zur Auffassung gelangen, dass die SN in keinem Teil des Blattes die hier zur Debatte stehende Wirklichkeit abbilden...

Perterer im Leitartikel v. 4./5.9 (Wochenend-Ausgabe): Im Fußball gibt es einen Leitspruch, der viel Wahres an sich hat: Tore, die man nicht schießt, bekommt man. Das gilt auch in der Politik. Probleme, die man nicht selbst offensiv anpackt, ja sogar verschweigen möchte, die werden einem von anderer Seite serviert.

Wir können das derzeit in Deutschland beobachten. Dort macht sich (Ex?-)Bundesbankvorstand Thilo Sarrazin in seiner Nebenbeschäftigung als Provokateur den
Unmut der Bürger über die Migrationspolitik der Regierung zunutze und gewinnt die Volksseele für seine krausen, statistisch
untermauerten Überlegungen.
Eine davon: Die Deutschen würden über kurz oder lang aussterben, weil sie zu faul seien, Kinder zu zeugen. Die türkischen Einwanderer hingegen produzierten Kind um Kind, sodass spätestens in 300 Jahren das deutsche Volk erledigt sei.
Dass Sarrazin von der schweigenden Mehrheit der Deutschen für seine Ausfälle nicht mit nassen Fetzen davongejagt wird, hängt damit zusammen, dass ihm Politik und Gesellschaft außer Empörung keine politischen Antworten entgegenzusetzen haben. Er legt den Finger in eine Wunde, für die auch die Politik in Österreich bisher keine Medizin gefunden hat.
Dass Thilo Sarrazin selbst keine Lösung für die bestehenden Schwierigkeiten der Einheimischen mit vielen Zuwanderern anbietet, liegt im Wesen des Provokateurs. Er will aufregen, sonst nichts.
Ihm gegenüber stehen die Provozierten. Beide Seiten bedingen einander geradezu. Ohne Provokateur keine Provozierten, ohne Menschen, die sich auf Zuruf entrüsten, auch kein Provokateur.
Was wir brauchen, ist nicht die gegenseitige Überreaktion, weder von rechts noch von links, weder von Gutmensch noch von Bösmensch. Was wir brauchen, ist die sachliche Auseinandersetzung mit den Themen, über die bisher der Deckmantel des Schweigens gebreitet wurde.
Dazu gehört das Benennen missliebiger Wahrheiten. Etwa, dass der Anteil der Migranten an der Kriminalität höher ist als der der Einheimischen. Oder dass die schulischen Leistungen der Einwanderer-Kinder schlechter sind als die der österreichischen. Oder dass mehrere Tausend Asylbewerber jährlich einfach wie vom Erdboden verschluckt sind und kein Mensch weiß, wo sie sich herumtreiben.
Wer diese Fragen aufwirft, ist deshalb noch lang kein Rechtsradikaler. Und wer nach Lösungen für diese Probleme ruft,
ist deshalb noch lang kein Nazi oder
Muslimenhasser. Im Gegenteil. Wer diese Fragen nicht stellt, wer wegsieht, der bereitet das Feld auf für die Extremisten
aller Lager.
Skepsis ist bei den einsamen Rufern in der Wüste angebracht. Ihre Motivlage ist sehr oft bedenklich, auf jeden Fall aber zu hinterfragen. Aber die Themen, die sie anschneiden, sollten auch unsere sein. Es geht in der Debatte also nicht darum, Herrn Sarrazin oder Frau Fekter dafür zu prügeln, dass sie unangenehme Themen ansprechen. Es geht darum, sich dieser Themen anzunehmen.
Die Zeit des Wegschauens ist vorbei. Verschweigen ist keine Lösung. Hetze und Vertreibung sind es aber auch nicht.
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Andreas Unterberger, einer der bedeutendsten österreichischen Zeitungsleute: Thilo Sarrazin ist ein Fanal für die Krise der politisch-journalistischen Klasse: Jahrelang konnte sie ihr Deutungsmonopol in allen relevanten Fragen bewahren, und jetzt kommt einer, dem man nun wirklich nicht mit dem üblichen Faschismus-/Rassismus-/Verhetzungs-Geheul ankann. Ist Sarrazin doch als SPD-Mitglied, Bundesbank-Vorstand und einstiger Berliner Finanzsenator (ohne Defizite) nur schwer angreifbar.
Dieser Mann spricht nun in einem Buch ganz nüchtern eine ganze Reihe von Wahrheiten aus, die - je nach Umfragen - 60 bis 90 Prozent der Deutschen teilen. Umso selbstbeschädigender für die SPD, dass sie ihn nun ausschließen will. Umso dümmer, dass auch Angela Merkel über Sarrazin herfällt.
Es täte auch Österreich gut, hätte es einen Sarrazin, der den gleichen derzeit teilweise verschwiegenen Fakten nachgeht und zum Nachdenken oder auch Handeln zwingt: über den 1970 begonnenen Geburtenrückgang, der die Nachfahren der damaligen Bevölkerung am Ende des Jahrhunderts auf 20 Prozent schrumpfen lässt; die Bildung einer explosiven Parallelgesellschaft vor allem der Türken; die katastrophalen Schulergebnisse der Zuwanderer aus afrikanischen und islamischen Ländern (mit Ausnahme des Iran); die Tatsache, dass die Zuwanderer aus diesen Regionen dauerhaft in weit überdurchschnittlichem Ausmaß von den Geldern des Wohlfahrtsstaates leben; und hundert andere Fakten mehr.
Aber niemand sollte mir glauben, sondern einfach das Buch lesen - und ebenso die brandneuen Bände von Kirsten Heisig oder Udo Ulfkotte. Oder jene der brillanten Deutschtürkin Necla Kelek. Denn kein einziges der darin (über Deutschland) festgehaltenen Fakten konnte bisher als unrichtig widerlegt werden, sie widersprechen nur dem Tabu-Katalog der politisch korrekten Meinungsdiktatur. Und mit sehr großer Wahrscheinlichkeit stimmt jede einzelne Aussage auch für Österreich - höchstens mit drei Jahren Verspätung.