Sonntag, 31. Oktober 2010

Cannabis - Alkohol verliert schön langsam monopolistische Position

Die übermächtige Alkohol- und Baumwoll-Lobby haben es verstanden, Hanf/Cannabis auszubremsen. Alle drei sind über Jahrtausende hinweg Kulturgüter, die in etwa die gleichen Zielgruppen ansprechen. Daraus entsteht zwangsläufig Wettbewerb. So sind die Regeln. Cannabis ist dabei auf der Strecke geblieben. Aber jetzt hat der Zeitgeist frischen Wind in den Markt geblasen, und es sieht ganz so aus, als würde Hanf langsam wieder den Stellenwert zurückerobern, der im zusteht, ob als extrem strapazierfähige Jeans oder als Droge mit medizinischem Potenzial...

Cannabis - Wer traut sich öffentlich die Wahrheit zu sagen?

Salzburger Nachrichten ohne Berührungsängste zu Cannabis - Kommentar von Thomas Spang am 30.10.10

Zeit für Cannabis-Wende

Die Wähler in Kalifornien können am kommenden Dienstag, 2. November, mit der Legalisierung von Cannabis Geschichte machen. Es wäre der erste Bundesstaat in den USA, der den Besitz, Gebrauch, Anbau und Handel mit Marihuana straffrei machte. Die Annahme der Volksinitiative 19 würde den internationalen Drogenkartellen einen schweren Schlag versetzen. Der geregelte Verkauf von Marihuana-Produkten könnte deren lukrativen Schwarzmarkt zerstören. Mehr Dealer würden von den Straßen verschwinden als durch jede Razzia.

Dies wäre nicht nur ein wichtiger Beitrag zum Schutz der Jugend, die damit weniger in Berührung mit wirklich gefährlichen Drogen gerät. Ein „Ja" zur Legalisierung würde auch die Verschwendung kostbarer Staatsressourcen beenden. Fast eine Milliarde Dollar fließen Jahr für Jahr in die Durchsetzung der bestehenden Marihuana-Gesetze. Statt durch die Verfolgung von Bagatelldelikten lahm gelegt zu werden, könnte sich die Polizei auf die Bekämpfung echter Kriminalität konzentrieren.

Ganz nebenbei eröffnet die Freigabe von Marihuana, Haschisch & Co. den chronisch verschuldeten öffentlichen Haushalten eine neue Einkommensquelle. Bei einem auf 14 Milliarden Dollar geschätzten Markt könnten bis zu 1,4 Milliarden Dollar an Steuereinnahmen in die Kassen von Städten und Kommunen fließen.

Tatsächlich gibt es keinen rationalen Grund, Cannabis-Produkte anders zu behandeln als die allseits akzeptierten Alltagsdroge Alkohol.
Im Gegenteil spricht vieles dafür, dass Joints weniger schädlich sind als Schnaps und Bier. Was nicht heißt, dass der Konsum der einen oder anderen Droge zu empfehlen wäre.
Doch Kalifornien hat die Chance, einer realistischeren Drogenpolitik zum Durchbruch zu verhelfen.

Allerdings darf es nicht nur bei der Annahme der schlecht und schlampig formulierten Volksinitiative bleiben. Danach müssen die Gesetzgeber im Eiltempo einheitliche Regeln schaffen, die auf kommunaler Ebene umgesetzt werden. Alles andere droht zu Chaos und Verunsicherung zu führen.
In aller Offenheit müssen dann auch Dinge wie Kiffen am Steuer oder am Arbeitsplatz diskutiert werden. Gibt es doch viele gute Gründe, beides zu unterbinden.

Wenn die kalifornischen Wähler am kommenden Dienstag „Ja" sagen, hätte dies natürlich auch Konsequenzen im Rest des Landes. Es wäre der Anfang vom Ende eines Verbots, das so viel Sinn macht wie das Verteufeln von Alkohol zu Zeiten der Prohibition.

Der größte Bundesstaat der Vereinigten Staaten von Amerika würde Cannabis von einem kulturellen Vorbehalt befreien, der zwar erklärbar, sachlich aber kaum zu halten ist.