Kriterien für Behandlung von Patienten und Ärzten unterscheiden sich
Durham (pte/12.04.2011/11:05) - Viele Ärzte empfehlen ihren Patienten Behandlungen, die sie bei sich selbst nicht anwenden würden. Wissenschaftler der Duke University http://www.duke.edu ersuchten fast 1.000 amerikanische Ärzte, sich über ein medizinisches Szenario Gedanken zu machen und eine entsprechende Form der Behandlung auszuwählen. Als die Mediziner sich vorstellten sollten, sie selbst seien die Patienten unterschieden sich ihre Antworten deutlich von den vorhergehenden.
Sie wählten viel eher einen Behandlungsansatz aus, bei dem das Sterberisiko zwar höher aber auch die Chancen auf ein Überleben ohne Nebenwirkungen größer waren. Für ihre Patienten bevorzugten die Ärzte eher eine Behandlung, bei der die Überlebenschancen größer waren. Die Lebensqualität spielte dabei eine untergeordnete Rolle. Standen zum Beispiel zwei Operationen zur Behandlung von Darmkrebs zur Auswahl, entschieden sich zwei Fünftel der 242 Ärzte für den chirurgischen Eingriff mit der höheren Wahrscheinlichkeit eines Todes aber einer geringeren Wahrscheinlichkeit von negativen Nebenwirkungen. Bei den Patienten entschied sich nur ein Viertel für diese Möglichkeit.
Komplikationen zu vermeiden
Bei einem anderen Szenario wurde angenommen, dass entweder die Ärzte selbst oder ein Patient mit Vogelgrippe angesteckt worden war. Ihnen wurde gesagt, es gebe ein Medikament und ohne Behandlung liege die Wahrscheinlichkeit des Todes bei zehn Prozent und der Einlieferung in ein Krankenhaus bei 30 Prozent. Die Behandlung würde die Anzahl der unerwünschten Zwischenfälle zwar halbieren, jedoch sei bei einem Prozent mit dem Tod der Patienten und bei vier Prozent mit einer permanenten Lähmung im neurologischen Bereich zu rechnen. Von fast 700 Ärzten entschieden sich, wenn sie selbst betroffen waren, zwei Drittel gegen die Behandlung, um Komplikationen zu vermeiden. Bei den Patienten empfahlen sie nur in der Hälfte der Fälle, auf eine Behandlung zu verzichten.
Das Team um Peter Ubel betonte, dass Ärzte für sich andere Entscheidungen treffen als für die Patienten. Unklar bleibt, wie eine Entscheidung für einen Behandlungsansatz am besten getroffen werden kann. Soll sich der Arzt in die Lage des anderen versetzen oder nicht? Ärzte werden laut BBC heute eher nicht dazu motiviert, ihre persönliche Meinung zu sagen. Erwünschter ist, dass sie die relevanten Informationen weitergeben und der Patient selbst entscheidet. Die Wissenschaftler betonen allerdings, dass die Ergebnisse dieser Studie nicht bedeuteten, dass die Ärzte für andere immer die besseren Entscheidungen als für sich selbst träfen. Es sei bestenfalls davon auszugehen, dass unter bestimmten Umständen, eine Empfehlung das Treffen einer Entscheidung erleichtern könne.
Details der Studie wurden in den Archives of Internal Medicine http://archinte.ama-assn.org veröffentlicht. (Ende)
Dienstag, 12. April 2011
Sonntag, 10. April 2011
Dramatische Ereignisse verschlechtern weltweit Stimmung
Japan am Rande des Abgrunds - niemand weiß wirklich, wie es weitergehen soll. "Augen zu und durch" ist längst zur einzig möglichen Strategie geworden. Die ganze Wahrheit würde eine sofortige, allumfassende Panik mit Massenselbstmorden oder totale Resignation auslösen. Beides darf nicht sein. Die Wahrheit muss also zurückstecken. Notlügen sind das Gebot der Stunde, des Tages, der Wochen, der Monate, der 20.000 Jahre. Ja, die Halbwertszeit der strahlenden Teufelssubstanzen übersteigt vorstellbare Zeiträume. Die Tschernobyl-Wildschweine dürfen heute noch nicht verzehrt werden, wie erst jetzt bekannt wird. Weltweiter Pessimismus wird dazu führen, dass sich die Spirale des Unheils weiterdreht, schneller und schneller. Denn Gegenwart und Zukunft haben ihre Wurzeln im globalen Denken...
Deutsche Politiker haben Vertrauen der Bürger verspielt - Österreich nicht besser dran
Finanzkrise scheint wichtiger als die Anliegen der Bevölkerung
Stuttgart (pte/08.04.2011/15:30) - Das Vertrauen in die Politik schwindet dramatisch. Eine Studie von Claudia Mast, Professorin für Kommunikationswissenschaft und Journalistik an der Universität Hohenheim http://www.uni-hohenheim.de hat ergeben, dass mehr als die Hälfte aller Befragten bezweifelt, dass die Politik die Probleme der Finanzmärkte in den Griff bekommt. „Zwischen der politischen Kaste und dem Volk bildet sich ein tiefer Graben“, sagt Mast im Interview mit pressetext.
Insgesamt wurden 1.000 Personen und 252 Manager befragt. Der Großteil zweifet daran, dass die Politik die Finanzbranche „an die Kandare“ nehmen kann. Die Interessen der Finanzbranche seien der Politik wichtiger als die Anliegen der Bürger. „Wir haben es ja nicht nur mit einer Politikverdrossenheit zu tun, sondern auch mit einem zurückgehenden Vertrauen in die Wirtschaftseliten“, erklärt Mast. Diese Ergebnisse bedeuteten aber nicht, dass unsere Demokratie unmittelbar in Gefahr ist.
Politische Ordnung in Gefahr
Die Bürger nehmen dennoch die Verantwortlichen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft heute anders wahr als früher, vermutet Mast. Es wurden aber auch Verantwortliche aus den Unternehmen zu ihrem Verhältnis zur Politik befragt. „Auch viele Entscheidungsträger misstrauen mittlerweile den Verantwortlichen in Politik und Finanzwirtschaft“, sagt die Professorin. Die Politik sei gefordert, verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen.
Die Menschen müssten sehen, dass bei allen Schwierigkeiten die Regeln grundsätzlich funktionieren. „Sonst geraten die Grundlagen unserer politischen und wirtschaftlichen Ordnung wirklich in Gefahr.“ Die Politik liefere in den Augen vieler Bürger unzureichende Leistungen ab. Aber: Die Herausforderungen und Aufgaben, vor denen die Politik steht, seien größer geworden. Im Zuge der Globalisierung sind die Zusammenhänge komplexer.
Journalisten sollen aufklären
Eine ganz wichtige Rolle spielen die Medien: Sie vermitteln Politik an die Bürger. Die meisten Menschen erfahren sogar ausschließlich über die Medien etwas darüber. „Nun ist es aber so, dass die Dynamik der Medienberichterstattung in letzter Zeit enorm zugenommen hat“, sagt die Journalistikprofessorin. Die Jagd nach exklusiven Nachrichten habe sich zugespitzt, die Medien benötigten mehr denn je attraktive Geschichten. „Deshalb besitzen die Journalisten eine große Verantwortung“, sagt Mast.
(Ende)
Stuttgart (pte/08.04.2011/15:30) - Das Vertrauen in die Politik schwindet dramatisch. Eine Studie von Claudia Mast, Professorin für Kommunikationswissenschaft und Journalistik an der Universität Hohenheim http://www.uni-hohenheim.de hat ergeben, dass mehr als die Hälfte aller Befragten bezweifelt, dass die Politik die Probleme der Finanzmärkte in den Griff bekommt. „Zwischen der politischen Kaste und dem Volk bildet sich ein tiefer Graben“, sagt Mast im Interview mit pressetext.
Insgesamt wurden 1.000 Personen und 252 Manager befragt. Der Großteil zweifet daran, dass die Politik die Finanzbranche „an die Kandare“ nehmen kann. Die Interessen der Finanzbranche seien der Politik wichtiger als die Anliegen der Bürger. „Wir haben es ja nicht nur mit einer Politikverdrossenheit zu tun, sondern auch mit einem zurückgehenden Vertrauen in die Wirtschaftseliten“, erklärt Mast. Diese Ergebnisse bedeuteten aber nicht, dass unsere Demokratie unmittelbar in Gefahr ist.
Politische Ordnung in Gefahr
Die Bürger nehmen dennoch die Verantwortlichen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft heute anders wahr als früher, vermutet Mast. Es wurden aber auch Verantwortliche aus den Unternehmen zu ihrem Verhältnis zur Politik befragt. „Auch viele Entscheidungsträger misstrauen mittlerweile den Verantwortlichen in Politik und Finanzwirtschaft“, sagt die Professorin. Die Politik sei gefordert, verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen.
Die Menschen müssten sehen, dass bei allen Schwierigkeiten die Regeln grundsätzlich funktionieren. „Sonst geraten die Grundlagen unserer politischen und wirtschaftlichen Ordnung wirklich in Gefahr.“ Die Politik liefere in den Augen vieler Bürger unzureichende Leistungen ab. Aber: Die Herausforderungen und Aufgaben, vor denen die Politik steht, seien größer geworden. Im Zuge der Globalisierung sind die Zusammenhänge komplexer.
Journalisten sollen aufklären
Eine ganz wichtige Rolle spielen die Medien: Sie vermitteln Politik an die Bürger. Die meisten Menschen erfahren sogar ausschließlich über die Medien etwas darüber. „Nun ist es aber so, dass die Dynamik der Medienberichterstattung in letzter Zeit enorm zugenommen hat“, sagt die Journalistikprofessorin. Die Jagd nach exklusiven Nachrichten habe sich zugespitzt, die Medien benötigten mehr denn je attraktive Geschichten. „Deshalb besitzen die Journalisten eine große Verantwortung“, sagt Mast.
(Ende)
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