Donnerstag, 30. Juni 2011

Abtreibung: Kölner Kardinal spricht Kartext - und was sagt unser Softi Schönborn in Wien? Nichts

Es ist noch nicht so lange her, da konnte man lesen:

"30 Jahre Mord feiern...

Im Wiener Rathauskeller findet heute, Donnerstag, der umstrittene Empfang anlässlich des 30-jährigen Bestehens des Ambulatoriums "Pro:Woman" am Wiener Fleischmarkt statt. Die Abtreibungsklinik feiert das Faktum, dass sie über Jahrzehnte hinweg, zehntausenden Kindern die Chance auf Leben genommen hat. "Pro:Woman" vertritt natürlich einseitig die zweifelhaften Interessen der Frauen - medizinische Indikationen ausgenommen. Vor der Klinik protestieren Abtreibungsgegner, die man "Pro:Child"-Gruppen nennen könnte. Das Paradoxe daran: Völlig gesunden Kindern darf von Gesetzes wegen das Leben genommen werden, aber wenn ein alter, schwer kranker Mensch in einem Pflegeheim um Erlösung fleht, läßt man ihn nicht gehen. Über fremdes Leben darf man also entscheiden, über das eigene nicht..."

Jetzt nach Köln

Es sind deutliche Worte: Der Kölner Kardinal Joachim Meisner hat die Abtreibung als "täglichen Super-GAU" verurteilt. Wer um die Zukunft Deutschlands besorgt sei, solle sich mehr um dieses Thema kümmern als um die Atomkraft.

Hamburg - Es ist fast genau 30 Jahre her, als auf dem Titelbild des "Stern" 28 Frauen zu sehen waren, über ihnen der Aufschrei: "Wir haben abgetrieben!" Ein Tabubruch, der dazu beitrug, dass sich Frauen heute nicht automatisch strafbar machen, wenn sie ein Kind abtreiben.

Der Kölner Erzbischof Joachim Kardinal Meisner hat nun die Abtreibungspraxis in Deutschland scharf kritisiert, es handele sich um den "täglichen, beschwiegenen Super-GAU". Wer um die Zukunft des Landes besorgt sei, "sollte sich mehr um dieses Thema kümmern als um die sogenannte Energiewende", schrieb Meisner in einem Gastbeitrag für die "Zeit"-Beilage "Christ und Welt", die am Donnerstag veröffentlicht wird.

Atomkraft stelle keine existenzbedrohende Gefahr mehr dar: "Wir steigen aus der Kernkraft aus, und die noch arbeitenden Meiler gehören zu den sichersten der Welt." Durch Schwangerschaftsabbrüche dagegen würden "jeden Tag mehr als zehn Klassenzimmer ausgelöscht".

Kinder würden in Deutschland "allgemein und vor allem in den Medien als Bedrohung empfunden für Wohlstand und Freiheit", kritisierte der Kölner Erzbischof. Die Liberalisierung des Abtreibungsparagrafen 218 im Jahr 1995 habe eine De-facto-Freigabe der Abtreibung bewirkt. Damit "haben wir die Gesellschaft auf einen Weg in das Unmenschliche, in die Barbarei geführt".

Grundsätzliche Kritik an Embryonen-Forschung

Meisner zeigte sich überzeugt, dass die Schwangerschaftsabbrüche die Ursache für ein weitverbreitetes Gefühl der Unsicherheit in Deutschland sind: "Die acht Millionen in den letzten Jahrzehnten im Mutterleib getöteten Kinder lasten auf unserem kollektiven Gewissen. Das stumme Warum in den Millionen Kinderaugen liegt bleischwer wie eine Grabesplatte auf unserem Bewusstsein."

Deutschland habe "den Faden des Lebens und damit die Nabelschnur zur Lebenssicherheit gerissen und gekappt", fügte Meisner hinzu. Das habe "mit der Schwächung des Glaubens zu tun, mit dem um sich greifenden Glaubensverlust bei vielen Mitbürgern, mit der Geschichte im vereinten Deutschland". "Wir haben die Nabelschnur der Schöpfung vergessen." Politiker verhielten sich beim Thema Abtreibung "wie die drei Affen: nichts sehen, nichts hören, nichts sagen".

Meisner kritisierte zugleich grundsätzlich jede Forschung an Embryonen: "Es schneidet ins Herz des Menschlichen, wenn es um Design-Babys geht, um die Schwächsten der Schwachen, um die Schutzbedürftigsten. Die Pränataldiagnostik, überhaupt die künstliche Befruchtung und ihre Auslese- und Selektionsmentalität züchten Leben und töten die Hoffnung."

© SPIEGEL ONLINE

>>> Wahrscheinlich kapiert man erst dann die Ungeheuerlichkeit einer Abtreibung, wenn man ein Kind aufwachsen sieht, das man fast abgetrieben hätte...

Montag, 27. Juni 2011

Linke Tour bei Betrachtung der Ausländerkriminalität. Vorurteil ist keines

In einer 13-seitigen (!), bezahlten Druckstrecke mit Schwerpunkt Integration heißt es unter dem Titel "Traum vom bösen Ausländer geplatzt", Vorspann "Wir Räumen mit den fünf größten Vorurteilen gegenüber unseren zugewanderten MitbürgerInnen auf." unter anderem zum Vorwurf "ZuwanderInnen erscheinen am häufigsten in der Kriminalstatistik": "2010 lag der AusländerInnenanteil unter allen ermittelten Tatverdächtigen unter einemm Drittel (28,8 Prozent). Somit waren mehr als zwei Drittel der StraftäterInnen österreichische StaatsbürgerInnen."

Mit dieser linken Rechnung wird suggeriert, dass die Inländer doppelt so viele Probleme machen wie die Ausländer. Das ist natürlich ein Blödsinn, die Wahrheit schaut eher so aus (nicht ganz aktuell):

WIEN (APA). Ist die Kriminalitätsrate von Ausländern wirklich dreimal so hoch wie jene der Österreicher? So genau lässt sich das nicht sagen, denn die offiziellen Zahlen lassen viel Interpretationsspielraum. Fix ist, dass fast 30 Prozent der Straftaten von Ausländern begangen werden.

Laut Justizministerium wurden 43.414 Personen im Jahr 2006 wegen strafbarer Handlungen verurteilt, davon 12.888 (29,6 Prozent) Ausländer. Damit übersteigt die Ausländerkriminalität den Ausländeranteil an der Bevölkerung – er lag 2006 bei 9,8 Prozent – um das Dreifache. Die Statistik Austria warnt aber vor solchen Rechnungen. Schließlich würden Touristen und illegale Einwanderer in der Bevölkerungsstatistik nicht registriert, was das Bild verzerrt.

Dass der Anteil von Ausländern in Haft mit 40 Prozent hoch ist, liegt übrigens unter anderem daran, dass Ausländer häufiger in Untersuchungshaft genommen werden oder oft zu kurzen Freiheitsstrafen verurteilt werden, während Österreicher in vergleichbaren Situationen mit Geldstrafen oder bedingter Haft davonkommen. Bei langjährigen Haftstrafen sind dagegen Österreicher überrepräsentiert.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.07.2008)

Sonntag, 26. Juni 2011

Donauinselfest: Ernüchterung danach - Umweltkatastrophe von Menschenhand

Ein Rundgang auf dem Festgelände am Sonntag Morgen zeigt, dass der Massenansturm bis Samstag tiefe Spuren hinterlassen hat. Die Wiener Sozialisten (und jetzt auch die Grünen) sind für den größten Missbrauch eines stadtnahen Erholungsgebietes verantwortlich. Den hunderttausenden Besuchern kann man keinen Vorwurf machen. Sie konsumiert ungezügelt jedes Vergnügen, das ihnen angeboten wird. Und wenn die Veranstalter damit prahlen, dass es Europas größtes Open-Air-Event eben nur in Wien gibt, verschweigen sie, dass so eine großflächige Umweltschande (auch akustisch!) wo anders nie und nimmer genehmigt werden würde. Asphaltflächen kann man nach der Vermüllung (Regenbogenparade) waschen und weitgehend reinigen, Wiesen-, Busch- und Baumlandschaften (letztere voller Exkremente) können nie wieder in den ursprünglichen Zustand versetzt werden. Alle, denen die Natur am Herzen liegt, können sich jetzt mit eigenen Augen davon überzeugen, was die "Brutalität der Spaßgesellschaft" in nur drei Tagen anrichten kann...