Wenn sich die, die etwas zu verbergen haben, aller Mittel bedienen, das erfolgreich zu tun, muss es auch den Medien erlaubt sein, angemessene Gegenstrategien zu entwickeln. Schließlich ist es ja eine ihre wesentlichen Aufgabe aufzudecken. Der investigative Erfolg sollte Maßstab sein und nicht die Methode. "Medienethiker" sind letztlich auch Handlanger all jener, die Dreck am Stecken haben...
(gmx)
"News of the world" schadet Ruf der Journalisten
Medienethiker sehen Abhör-Skandal als Super-GAU für Murdoch
Zeitung: Journalismus bekommt Kratzer Foto: FlickrCC/Annie Mole)
München (pte/08.07.2011/13:55) Der Skandal um die englische Zeitung "News of the world" bedroht nicht nur das Imperium des Medienmoguls Rupert Murdoch, sondern auch den gesamten Berufsstand der Journalisten. Davor warnen deutsche Kommunikationswissenschaftler im Interview mit pressetext. Dem Blatt, das zu den auflagestärksten Englands zählt, wird das Abhören der Handys Prominenter sowie von Verwandten von Verbrechensopfern vorgeworfen. Wie Murdoch soeben bekannt gab, wird das Medium nach 168 Erscheinungsjahren am Sonntag eingestellt.
Der investigative Journalismus der "News of the world"-Redakteure sei kaum vernünftig, urteilt der Münchner Kommunikationswissenschaftler Klaus Forster. "Jeder Journalist will aufdecken und eine interessante Story schreiben. Zu fragen ist jedoch, um welchen Preis?" Arroganz sei in Äußerungen von "News of the world"-Journalisten gegenüber Reuters zu erkennen, niemand aus der Redaktion habe etwas Unrechtes getan. "Was hier durchdringt, ist die Haltung: 'Wir haben die Daten und Abhörprotokolle und greifen sogar auf die Mailbox ein. Doch welche Folgen das hat, geht uns nichts an.'"
Super-GAU für Murdoch
Diese Abkopplung von der Realität gehöre zu den Hauptproblemen des Journalismus im angelsächsischem Sprachraum, so Forster. "Weit verbreitet ist hier das Ideal eines Journalismus, der neutral und objektiv über den Dingen steht. Streift er dabei alle Verantwortlichkeit für sein Tun und die Vorgangsweise ab, so heißt das die Öffentlichkeit niemals gut. Journalismus als Selbstzweck kann nur fatale Folgen haben."
Die offensichtlichsten Schäden seien jene für die Zeitung und deren Mutterkonzern, der bereits jetzt mit Rücknahmen von Anzeigen zu kämpfen hat. "Für Murdoch ist dies ein Super-GAU, nicht nur weil die juristische Aufarbeitung und Schadensersatzforderungen bis New York weitergehen könnten. Untergraben werden damit auch seine Bemühungen, neue Gebiete wie etwa Online-Journalismus als Geschäftsfeld zu erschließen oder mehr Seriosität zu erreichen, was ihm etwa durch den Kauf des Wall Street Journals gelang." Der drastische Schritt der Schließung sei offensichtlich der Versuch, den Schaden zu begrenzen.
Berufsstand im Zwielicht
Eine Rufschädigung erleide jedoch auch der Berufsstand Journalismus allgemein, befürchtet der Münchner Kommunikationswissenschaftler. "Wenn etwa Boulevardblätter unrechtmäßig in die Privatsphäre eingreifen und behaupten: 'Die Leute wollen doch nichts anderes', so stimmt das nicht. Irgendwann wird es den Menschen zu unappetitlich, als dass sie dafür Geld ausgeben möchten - finden sie doch voyeuristische Inhalte ohnehin gratis im Internet."
"News of the world" und seine Aufarbeitung, in der sich auch andere Medien kritisch selbst zu überprüfen hätten, könnten für viele zu einem Schlüsselereignis werden, glaubt Forster. Dass der Skandal (pressetext berichtete: http://www.pressetext.com/news/20110706024 ) durch das "New York Times Magazine" und den "Guardian" aufgedeckt wurde, deute immerhin darauf hin, dass die Presse noch das Potenzial habe, sich selbst zu reinigen.
Zu ähnlichem Schluss kommt auch der Münchner Medienethiker Rüdiger Funiok gegenüber pressetext. "Der deutsche Pressekodex verbietet das Eindringen in die Privatsphäre - und auch der Zweck heiligt hier nicht die Mittel, wie man in anderen Fällen wie etwa der Watergate-Affäre argumentieren könnte." Zu erhoffen sei nun eine öffentliche Klärung des Falles mit einer auch ethischen Diskussion darüber, wo die Grenzen des Journalismus liegen.
(Ende)
Samstag, 9. Juli 2011
Wo sonst? Wegen Hundekot ins Gefängnis
Eins ist klar: Unter Hundebitzern und Fussballfans gibt es die meisten Proleten und Ignoranten.
(gmx/APA)
Wiener geht gern ins Gefängnis anstatt zu zahlen
Er geht lieber ins Gefängnis als Hundekot aufzuheben: Ein 52 Jahre alter Wiener hätte 1.360 Euro Strafe zahlen sollen, weil er mehrfach die Hinterlassenschaften seiner beiden Hunde auf der Straße zurück ließ. Doch statt zu zahlen, begab sich der Mann bereits dreimal hinter Gittern, berichtete das ORF-Internetportal am Freitag. Nun stehe dem Hundebesitzer die vierte Gefängnisstrafe bevor.
Der Mann habe mehrere Male den Kot seiner beiden Doggen einfach liegen gelassen und sei dabei von Mitarbeitern der städtische Aufsichtstruppe "Waste-Watcher" erwischt worden. "Lieber gehe ich ins Gefängnis, als den Hundedreck aufzuheben", soll der Mann einer Waste-Watcherin erklärt haben. Der Wiener war bisher schon drei Mal je zwei Tage im Gefängnis. Der Hundebesitzer meint, dass die zur Verfügung gestellten Sackerl zu klein sind, er bräuchte nämlich ein Einkaufssackerl.
(gmx/APA)
Wiener geht gern ins Gefängnis anstatt zu zahlen
Er geht lieber ins Gefängnis als Hundekot aufzuheben: Ein 52 Jahre alter Wiener hätte 1.360 Euro Strafe zahlen sollen, weil er mehrfach die Hinterlassenschaften seiner beiden Hunde auf der Straße zurück ließ. Doch statt zu zahlen, begab sich der Mann bereits dreimal hinter Gittern, berichtete das ORF-Internetportal am Freitag. Nun stehe dem Hundebesitzer die vierte Gefängnisstrafe bevor.
Der Mann habe mehrere Male den Kot seiner beiden Doggen einfach liegen gelassen und sei dabei von Mitarbeitern der städtische Aufsichtstruppe "Waste-Watcher" erwischt worden. "Lieber gehe ich ins Gefängnis, als den Hundedreck aufzuheben", soll der Mann einer Waste-Watcherin erklärt haben. Der Wiener war bisher schon drei Mal je zwei Tage im Gefängnis. Der Hundebesitzer meint, dass die zur Verfügung gestellten Sackerl zu klein sind, er bräuchte nämlich ein Einkaufssackerl.
Freitag, 8. Juli 2011
Heute ist nicht nur eine U-Bahn-Zeitung, Heute ist ein Sprachrohr der Bürger
Warten, bis man krank wird (vor Zorn)
von Wolfgang Ainetter, Chefredakteur der Tageszeitung "Heute"
Mein Vater, 72 Jahre, kaputtes Knie, braucht eine Magnet-Resonanz-Tomographie. „Sind Sie Klasse-Patient?“, fragt man ihn im Krankenhaus. Leider nein. Also vier Wochen Wartezeit – vier Wochen humpeln.
Eine Kollegin muss am Meniskus operiert werden. Wartezeit: drei Monate – drei Monate Schmerzen. Im Wiener AKH sitzen, stehen und drängen jeden Tag Patienten: fünf Stunden warten, bis der Arzt kommt. Erstversorgung im Unfallkrankenhaus Lorenz Böhler: zwei bis drei Stunden anstellen.
Warten, bis man krank wird vor Zorn. Immer weniger Personal, immer mehr Fehldiagnosen. Bereits 23 Prozent der Österreicher sagen: Die medizinische Versorgung hat sich verschlechtert.
Fast zwei Drittel befürchten, dass unser Gesundheitssystem noch kranker wird. Hauptsache, wir haben Geld für die Pleite-Griechen.
__________________
Wieder ein Volltreffer, Herr Ainetter! Vielen Dank! Wir alle kennen das aus eigener Erfahrung. Dazu kommt noch, dass man im AKH als leidgeprüfter "Ambulanzler" keinen erfahrenen Arzt antrifft. Diesbezüglich wird auch gespart... Man muss in diesem Land schön langsam umgekehrt fragen: Was funktioniert bei uns überhaupt noch? Macht aber nix, so lange genug Millionen für ganzseitige Eigenlob-Inserate vorhanden sind...
von Wolfgang Ainetter, Chefredakteur der Tageszeitung "Heute"
Mein Vater, 72 Jahre, kaputtes Knie, braucht eine Magnet-Resonanz-Tomographie. „Sind Sie Klasse-Patient?“, fragt man ihn im Krankenhaus. Leider nein. Also vier Wochen Wartezeit – vier Wochen humpeln.
Eine Kollegin muss am Meniskus operiert werden. Wartezeit: drei Monate – drei Monate Schmerzen. Im Wiener AKH sitzen, stehen und drängen jeden Tag Patienten: fünf Stunden warten, bis der Arzt kommt. Erstversorgung im Unfallkrankenhaus Lorenz Böhler: zwei bis drei Stunden anstellen.
Warten, bis man krank wird vor Zorn. Immer weniger Personal, immer mehr Fehldiagnosen. Bereits 23 Prozent der Österreicher sagen: Die medizinische Versorgung hat sich verschlechtert.
Fast zwei Drittel befürchten, dass unser Gesundheitssystem noch kranker wird. Hauptsache, wir haben Geld für die Pleite-Griechen.
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Wieder ein Volltreffer, Herr Ainetter! Vielen Dank! Wir alle kennen das aus eigener Erfahrung. Dazu kommt noch, dass man im AKH als leidgeprüfter "Ambulanzler" keinen erfahrenen Arzt antrifft. Diesbezüglich wird auch gespart... Man muss in diesem Land schön langsam umgekehrt fragen: Was funktioniert bei uns überhaupt noch? Macht aber nix, so lange genug Millionen für ganzseitige Eigenlob-Inserate vorhanden sind...
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