Samstag, 30. Juli 2011

Erstaunlich: Frauenministerin Heinisch-Hosek kann sich auch über wirklich wichtige Dinge den Kopf zerbrechen...

Heinisch-Hosek pocht erneut auf Alternative zur Ehe
Zusammenleben regeln
Krone 30.07.2011, 11:30

Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek wagt neuerlich einen Vorstoß in puncto Familienrechtsreform. In einem Interview in der am Montag erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" spricht sie sich für "eine Alternative zur Ehe" aus. Denn ihrer Ansicht nach dürfen Paare, die in einer Partnerschaft leben, nicht benachteiligt werden.

Weil Lebensgefährten "nach einer Trennung leer ausgehen", will Heinisch-Hosek die "Aufteilung des Vermögens und den Unterhalt nach einer Trennung regeln", heißt es weiter.

Partnerschaftsverträge sollen Zusammenleben regeln

Bereits im Vorjahr forderte die Ministerin, dass unverheiratete Paare künftig bei Notar oder Bezirksgericht einen Partnerschaftsvertrag abschließen können, in dem sie Regeln für einen gegenseitigen Beistand (etwa im Krankheitsfall) sowie für gemeinsame Ersparnisse und für eventuelle Unterhaltszahlungen nach der Trennung festlegen können. Diese Paare sollen dann auch die automatische gemeinsame Obsorge für die Kinder bekommen, hatte Heinisch-Hosek verlangt. Denn nur weil jemand nicht heiraten möchte, sollte er nicht schlechter gestellt sein.

Derzeit leben ein Sechstel aller Paare in Österreich in Lebensgemeinschaften. Heinisch-Hosek will nun den Koalitionspartner ÖVP dafür gewinnen, eine rechtliche Alternative zur Ehe anzubieten.

Donnerstag, 28. Juli 2011

Oslo: Kaum jemand hat überhaupt nicht recht - natürlich kann Links der Versuchung nicht widerstehen, das Wasser gegen Rechts auf seine Mühlen zu leiten...

"Tiger" kommentiert
Krone 27.07.2011

Der Tiroler FPÖ-Abgeordnete Werner Königshofer, der am Wochenende auf Facebook den Doppelanschlag von Norwegen mit islamistischen Terroranschlägen aufgerechnet hat, legt jetzt auf seiner Website einen zweiten Eklat nach. In einer Rubrik "Tigerkommentare" ruft Königshofer Sozialdemokraten und "Linksmedien" dazu auf, angesichts der Ereignisse in Norwegen die Fristenlösung zu diskutieren.

Als "Königstiger" referiert der promovierte Jurist mit einem weiteren Doktorat in Germanistik und Geschichte zunächst über diverse "Ismen", die Menschen "oft zu Millionen vereinnahmen und verführen". Vor Kommunismus, Sozialismus, Trotzkismus und Linksextremismus zählt der Nationalratsabgeordnete in dem mit 26. Juli datierten Eintrag auch "Faschismus, Nazismus, Rechtsextremismus und religiösen Fanatismus" auf. Das habe aber mit einem "wirklich nationalen Menschen", "der niemals auf die Idee kommen würde, auf sein Volk zu schießen", nichts zu tun.

Königshofer: "Man sollte daher national und sozial eingestellte Menschen nicht in einen Topf werfen mit den Anhängern totalitärer 'Ismen'!" Erneut erklärt der Freiheitliche seine Ansicht, die "wahnsinnige Bluttat" werde derzeit zu politischen Zwecken instrumentalisiert. Nämlich dann, wenn in Zusammenhang mit den Ideologien des Attentäters, den die norwegische Polizei als "christlichen Fundamentalisten mit Kontakten zur rechtsextremen Szene" bezeichnet, die aufstrebenden Rechtspopulisten Europas genannt werden. Auf Facebook bezeichnete dies Königshofer als "unfassbar". Der Eintrag und die dazu geposteten, teils recht heftigen Kommentare wurden übrigens bereits gelöscht.

Europa soll auch über "ungeborene Opfer" weinen

Im zweiten Teil seines Kommentars appelliert Königshofer dann, das Massaker in Norwegen zum Anlass für eine neue Debatte über Abtreibungen zu nehmen: "Im Angesicht dieser schrecklichen Ereignisse in Norwegen sollte man in ganz Europa einmal tiefgehender über den Wert des menschlichen Lebens nachdenken. Auch darüber, dass in Europa jedes Jahr Millionen ungeborener Kinder schon im Mutterleib getötet werden." (Anmerkung: Die WHO geht in ihrem aktuellen Dossier über Schwangerschaftsabbrüche mit Daten aus dem Jahr 2003 weltweit von jährlich 42 Millionen Abtreibungen inkl. jener aus medizinischen Gründen aus. Für Europa wird die Zahl 4,3 Millionen genannt, nach 7,7 Millionen im Jahr 1995.)

Die Sozialdemokraten fordert Königshofer dann auf, den "primitiven Slogan 'Mein Bauch gehört mir' zu überdenken". Abschließend heißt es: "Die jugendlichen Opfer von Oslo werden von uns zu Recht beweint. Nicht minder sollte das auch für die Millionen ungeborenen Opfer in ganz Europa gelten. Requiescat in pacem (RIP)."

Rüge durch Vize-Parteichef offenbar wirkungslos

Für die Facebook-Aktion hatte sich Königshofer am Dienstag bereits eine Rüge von FPÖ-Vizeparteiobmann Norbert Hofer eingefangen. Man werde "Königshofer neuerlich dazu verpflichten, seine Worte zu mäßigen", verkündete Hofer. "Diesmal muss es aber funktionieren." Außerdem befand Hofer, sein Parteikollege könnte "besser auf seinen Facebook- Freundeskreis" achten. "Es ist schon auffällig, wie viele Menschen auf seiner Seite Fragwürdiges posten." Zum Rücktritt wollte Hofer dem Mandatar aber nicht raten.

Das tat am Mittwoch dafür der Grünen-Abgeordnete Karl Öllinger: "Hassprediger Königshofer zündelt und zündelt weiter und geriert sich nach der Verhaftung von Gottfried Küssel und dem Ende von alpen- donau.info als Galionsfigur der österreichischen Hass- Szene." Die FPÖ müsse nun entscheiden, ob Hassprediger wie Königshofer "samt Anhang" in ihren Reihen Platz habe. Die Reaktion Hofers sei unzureichend: "Ein zärtliches 'Du, du, das ist aber nicht lieb' seitens der FPÖ- Spitze ändert gar nichts", so Öllinger.

Tiger oder Wehrmachtspanzer?

Das von Königshofer auf seiner Website gewählte Pseudonym "Königstiger" entbehrt übrigens nicht einer gewissen Zweideutigkeit, die der Abgeordnete auch zu unterstützen scheint. Es ist nämlich nicht nur die Bezeichnung für die zweitgrößte Unterart der Tigerraubkatzen, sondern auch der Name des schwersten Panzers der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg. Königshofer verlinkt von seiner Website mit dem einzigen Eintrag in der Rubrik "Allgemeines" auf einen Schweizer Verein, der für die Restaurierung eines solchen Panzers in einem Schweizer Militärmuseum Spenden sammelt.

Mittwoch, 27. Juli 2011

Präsident Heinz Fischer immer weniger politisch korrekt

Präsident Heinz Fischer strikt gegen "Lex Norwegen"
In TV-Interview
26.07.2011, 22:51

Bundespräsident Heinz Fischer hat sich im Zusammenhang mit der Debatte um Änderungen der österreichischen Gesetze nach den Terroranschlägen in Norwegen gegen Anlassgesetzgebung ausgesprochen. Die Technik entwickle sich und wenn deshalb etwas neu geregelt werden müsse, sei das okay, allerdings nicht aus aktuellem Anlass, meinte Fischer in einem Interview der ZiB 2 am Dienstagabend. Indirekte Kritik ließ er an der FPÖ anklingen.

Es sei wichtig, dass man sich durch eine solche Gewalttat nicht zwingen lasse, "von unseren Werten und Prinzipien" abzugehen, so Fischer. Im Zusammenhang mit der Diskussion über die Rhetorik mancher Rechtsparteien betonte Fischer, er lehne jeden Extremismus, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus ab. Wir seien eine offene und pluralistische Gesellschaft "und das wollen wir bleiben".

Indirekte Kritik an der FPÖ
Auf die Frage, ob in der politischen Landschaft in Österreich jemand Extremismus predige, erklärte Fischer: Er wolle nicht diese "riesige Tragödie" zum Anlass nehmen um innenpolitisch zu benoten. Aber alle sollten ihre Positionen überdenken und jemand, der Spiele ins Internet stelle, die "zu etwas aufrufen, was nicht akzeptabel ist", solle das besonders überdenken, sagte der Bundespräsident in Anspielung auf das "Moschee- Baba"- Spiel der FPÖ.

Auf die Frage, ob die FPÖ regierungsfähig sei, meinte Fischer, dies stehe für ihn derzeit nicht zur Diskussion. Erst müsse man einen Wählerentscheid abwarten, um dann in der konkreten Situation eine Entscheidung fällen zu können.

Zum Fall Mikhail G.: "Rechtsstaatlichkeit entscheidend"
Die Optik des österreichischen Umgangs mit dem litauischen Haftbefehl gegen den mutmaßlichen russischen Kriegsverbrecher Mikhail G. findet Fischer nicht unbedingt glücklich, hält aber die Rechtsstaatlichkeit für das entscheidende Kriterium. "Das entscheidende Kriterium ist nicht, ob es glücklich, sondern ob es rechtsstaatlich korrekt war. Und da wird versichert, es ist nach rechtsstaatlichen Prinzipien vorgegangen worden, sagte der Bundespräsident.

"Solange ich nicht das Gegenteil beweisen könnte, akzeptiere ich diese Position", fügte der Bundespräsident hinzu. Auf die Frage, ob er dafür sei, dass sich Österreich bei Litauen entschuldige, verwies Fischer darauf, dass Bundeskanzler Werner Faymann sich bereits dagegen ausgesprochen habe. "Das Wort des Bundeskanzlers soll akzeptiert werden". "Wir haben Verständnis für die litauische Position, haben uns bemüht, die Angelegenheit nicht zu eskalieren und wir haben unsere Argumente vorgetragen. Und ich glaube, dass Litauen unsere Argumente versteht", meinte der Politiker.

Dienstag, 26. Juli 2011

Oslo, Damaskus, Tripolis...

Während die ganze Welt geschockt nach Oslo blickt, geht das Morden im Nahen Osten und in Nordafrika unvermindert weiter. Tausende, vom Baby bis zum Pflegefall im Hospital, kommen um, werden schwerst verletzt, verstümmelt, von Bomben zerrissen... Dort und da sind wahnsinnige Einzelpersonen verantwortlich, Menschen, die völlig emotionslos über anderer Menschen Leben entscheiden. Oslo konnte man nicht voraussehen und daher auch nicht verhindern. Ein Breivik wird wohl lebenslang (in Norwegen nur 21 Jahre!) hinter Gitter kommen, einem Gaddafi und Assad wird freies Geleit in ein für sie sicheres Land angeboten...

Montag, 25. Juli 2011

Die Lüge vom Wassertrinken - weniger kann mehr sein...

Zwei Liter täglich sind "widerlegter Nonsens"

Wassertrinken entzaubert - eine Ärztin suchte, doch fand keine einzige seriöse Untersuchung, die gesundheitliche Vorteile einer erhöhten Wasserzufuhr eindeutig bewies.

Die schottische Ärztin Margaret McCartney verdächtigt die Getränkeindustrie des Wasser-Hypes
London/Wien - Anfang Juli fand in in Frankreich das wissenschaftliche Jahrestreffen der Initiative "Hydration for Health" statt. Austragungsort war - wohl nicht ganz zufällig - die Stadt Evian. Hauptanliegen diese Gesundheitsinitiative ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, die laut "Hydration for Health" täglich eineinhalb bis zwei Liter Wasser beträgt.

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Millionen von gesundheitsbewussten Wasserflaschenbenützern, die seit einigen Jahren die Großstädte in der westlichen Welt bevölkern und ihren Körpern regelmäßig H2O zuführen, können nicht irren. Oder etwa doch?

Die schottische Medizinerin Margaret McCartney wagt nun im angesehenen "British Medical Journal", dem Hype ums Wassertrinken einige sachliche Argumente entgegenzustellen - und ihn als List der Wasserproduzenten zu entlarven. "Hydration for Health" sei vom französischen Nahrungsmittelkonzern Danone ins Leben gerufen worden, der die Initiative auch finanziere. Und Danone besitzt unter anderem die Edelwässer Volvic und - voilà - Evian.

Aber müssen deshalb die auf Studien gestützten Behauptungen der Initiative gleich falsch sein? Ist es nicht so, dass Dehydrierung die Entstehung von Krankheiten wie Schlaganfälle oder Gallensteine begünstigt? Und profitieren ältere Menschen, die oft wenig Durst haben, nicht von mehr Wasser?

McCartney machte sich für ihren Aufsatz die Mühe, die gesamte von der Initiative angeführte Fachliteratur und weitere medizinische Trinkstudien durchzuackern und fand keine einzige seriöse Untersuchung, die gesundheitliche Vorteile einer erhöhten Wasserzufuhr eindeutig bewies - weder bei Kindern, Erwachsenen noch bei Senioren.

Um bei den Kindern zu beginnen: Im Jahr 2000 sorgte eine Studie für erhebliche mediale Aufregung, in der behauptet wurde, dass besonders gut hydrierte Kinder bessere Testergebnisse abliefern würden. Allein: Die Studie wurde nie in einem seriösen medizinischen Journal publiziert.

Jene Untersuchungen bei Erwachsenen, die in seriösen Fachmagazinen veröffentlicht wurden, kamen selbst bei Nierenerkrankungen oder Blasenentzündungen zu keinen eindeutigen Empfehlungen für "sechs bis acht Glas Wasser täglich", die für McCartney "widerlegter Nonsens" sind.

Ein Zusammenhang hat sich bei ihren Recherchen allerdings bestätigt: Nachdem das "Journal of the American Society of Nephrology" 2008 in einem Editorial der erhöhten Wasserzufuhr positive gesundheitliche Effekte abgesprochen hatte, sanken die Wasserverkaufszahlen von Danone. (tasch/DER STANDARD, Printausgabe, 23./24. 7. 2011)