Mittwoch, 17. Dezember 2008

U-Bahn-Zeitung auf Erfolgskurs

Sehr geehrter Herr Chefredakteur,

ich habe schon mehrmals drauf hingewiesen, wie sehr ich das Bürgerblatt "Heute" und insbesondere Ihre Kolumne schätze. Da ist Kraft drin, sprachliche Prägnanz, Mut und tiefes Verständnis dafür, wo die Menschen der Schuh drückt. Auch immer mehr junge Leute sehe ich mit "Heute" in der Hand. Allzu oft komme ich zu spät, um bei meiner U-Bahn-Station noch eine Ausgabe zu erwischen... "Heute" informiert auch Menschen, die sonst keine Tageszeitung lesen. Es ist einfach so praktisch, die Zeitung im Vorbeigehen mitzunehmen, und wer das einmal getan hat, tut es immer wieder...

Es wird schon zum Konzept des Blattes gehören, dass Ihr "Ko-Kommentator" Pelinka das pure Gegenteil von Ihnen ist: fad, farblos, breit in der Ausdrucksweise... Ich gebe zu, ich habe Probleme mit diesem Kommentator. Zum Beispiel lobt er heute den Lehrer für seine

"Zivilcourage"

Das würde ich Pelinka dazu sagen: Wenn sich im betreffenden Fall eine Lehrerin und ein Lehrer schützend vor ihre Kinder stellen - das nennen Sie Zivilcourage? Lehrpersonen sind doch für ihre Schützlinge (von Gesetzes wegen) verantwortlich. Wenn Eltern ihre Kinder gegen Übergriffe verteidigen hat das ja auch nichts mit Zivilcourage zu tun. Von Zivilcourage spricht man doch nur dann, wenn jemand einschreitet, ohne direkt verantwortlich zu sein. Und was ihre Erkenntnisse zum Thema Migrationshintergrund bei Tätern betrifft, sind sie auch nicht auf dem neuesten Stand. Wer macht es sich denn heute noch so einfach: Migrant ist böse, Einheimischer ist gut. Es geht doch nur um die Fallzahlen. Migranten sind nun mal - aus welchen Gründen immer - wesentlich öfter an kriminellen Handlungen beteiligt als Einheimische - natürlich bezogen auf ihre Anzahl.

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