Samstag, 20. Februar 2010

Tote Donahl wird in den Himmel gehoben

Im Amtsblatt der Wiener Zeitung meint Bundespräsident Heinz Fischer unisono mit allen anderen Exponenten der roten Reichshälfte: Manches, was heute in Bezug auf die Rolle der Frau in der Gesellschaft selbstverständlich erscheine, habe in den letzten Jahrzehnten mühsam erkämpft werden müssen - "und Johanna Dohnal hat diesen Kampf um frauenpolitische und sozialpolitische Ziele mit ihrer ganzen Kraft und Persönlichkeit und ohne Rücksicht auf die eigene Person geführt". In ihrer Funktion als Staatssekretärin und später Ministerin für Frauenfragen habe sie auf eine lange Liste von Erfolgen verweisen können.

In den Nachrufen ist so viel von Erfolgen zu lesen. Da wäre es doch angebracht gewesen, zumindest in einem Kommentar das Wesentlichste aufzulisten ... Was hat Dohnal wirklich für die Frauen insgesamt zu Wege gebracht? Was ist mit dem längst überfälligen Müttergehalt, das Frauen von Männern (mit Pensionsanspruch) unabhängiger machen würde. Sind Mütter keine Frauen, die Anerkennung und Unterstützung brauchen?

Der offizielle Lebenslauf macht auch einen großen Bogen um die Privatperson Dohnal. Sie war eine Frau, die als Frau gescheitert ist, und so zur Ikone der zornigen Frauen wurde. Frustriert und aggressiv wie sie bis zu letzt war, folgten ihr immer weniger Frauen und vor allem Mütter. Sogar der jetzt so bestürzte Vranitzky wollte sie schließlich los werden: Auf seinen Wunsch musste sie im Frühjahr 1995 ihrer Nachfolgerin als Frauenministerin, Helga Konrad, Platz machen ...

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