Donnerstag, 1. Juli 2010

Wienwahl: Bürgermeister wird über Lebensqualität verkauft

Die Kampagne, die seit rund zwei Jahren im Hinblick auf die Schlacht um Wien zunehmend intensiv gefahren wird, ist so raffiniert und für die SPÖ kostengünstig konzipiert, dass sich jeder Insider verneigen muss. Viele Millionen werden in konkrete Maßnahmen - von Verbesserungen im Gemeindebau über die Wiener Hausordnung bis zur 24-Stunden-U-Bahn - aus dem Stadtbudget investiert und dann massiv kommuniziert. Geld scheint dabei keine Rolle zu spielen. Für die Rettung der Absoluten ist jedes Mittel recht.

Diese Phase, die noch andauert, bereitet die eigentliche Parteienwerbung vor, die aus Kostengründen relativ spät einsetzen wird. Die aktuellen Sujets enthalten schon suggestiv wirkende Elemente (wie das Kreuz auf dem Stimmzettel). So soll die Brücke vom optimierten Thema Stadt zum Bürgermeister, der ja die Stadt IST, geschlagen werden. Wer jetzt die Stadt mit ihren vielen kommunizierten Vorteilen schätzt, soll im entscheidenden Moment intuitiv den Häupl ankreuzen. Die Online Plattform "Stimmen für Häupl - Stimmen für Wien" folgt ebenfalls dieser Strategie. Eine Methode, die nicht erst in Wien angewandt wird... Häupl soll also - kurz gesagt - über die Stadt mit der weltweit höchsten Lebensqualität verkauft werden. Da spielt es keine Rolle, dass dieses Prädikat nicht von der Bevölkerung vergeben wurde, sondern von Managern, die gar nicht ständig hier leben...

Wenn man diese Konzeption (zer)stören will, muss man der an sich irrelevanten Mercer-Studie die Sorgen und Nöte der Bevölkerung gegenüber stellen. Wie fühlen sich die Wiener in Ihrer eigenen Stadt? Da kann man das Ausländerthema nicht einfach ausklammern, wie es die SPÖ und die Grünen krampfhaft versuchen. Da muss man auch konkrete Sachverhalte aufdecken - zum Beispiel: Wie viele Staatsbürgerschaften wurden und werden jetzt noch in aller Eile verschenkt. Jeder neue Staatsbürger ist schließlich ein dankbarer SPÖ-Wähler...

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