Freitag, 6. August 2010

ÖSTERREICH - Boulevard, der Licht ins Dunkel bringt

Qualitätszeitungen - durchwegs mit minimaler Reichweite - pinkeln den großen Blättern immer wieder ans Bein, weil sie es nicht schaffen, auch groß zu werden. So beschränken sie sich frustriert auf das Qualitätsargument. Was sollten sie sonst tun? Sie haben einfach nicht die redaktionellen und grafischen Ressourcen, um etwas an ihren Bleiwüsten zu ändern. Ohne den viel geschmähten Boulevard ist aber die österreichische Medienlandschaft undenkbar. Im Gegenteil - was wirklich läuft, erfährt man nur dort so anschaulich und spannend, wie sich das der unvoreingenommene Leser wünscht. Deshalb der folgende Brief an ÖSTERREICH-Herausgeber Wolfgang Fellner.

Sehr geehrter Herr Fellner,

ich bedanke mich wieder mal für Ihre mutigen Kommentare! ÖSTERREICH ist meine Ergänzung zu den braven Salzburger Nachrichten, die natürlich nicht über den redaktionellen und grafischen Background verfügen, um so (anschaulich) in die Tiefe zu gehen wie Ihre Zeitung. Ja, es gibt eine Inflation der Skandale. Ein Skandal deckt den anderen zu, entwertet ihn. Und das Schlimme daran: Die Justiz kann das alles nicht mehr bewältigen. Es mangelt einfach an qualifiziertem Personal. Allzu oft fehlt aber auch der (politische) Wille, Licht ins Dunkel dieser komplexen Fälle zu bringen. Ein Staat, der - aus welchen Gründen immer - nicht in der Lage ist, Verbrechen zu ahnden, ist kein Rechtsstaat mehr...

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