Montag, 11. Oktober 2010
Medialer Katzenjammer nach Wien-Wahl
Praktisch alle in Wien maßgeblichen Medien haben in seltener Einigkeit auf ihn eingedroschen. Strache hat dennoch mit einer Fast-Verdoppelung seines letzten Wahlergebnisses auf über 27% gesiegt. Mit medialer Unterstützung oder auch nur wohlwollender Duldung hätten es auch 30% und mehr werden können. Der alles in allem 100 Millionen teure Wahlkampf der Wiener Monopolisten rund um Häupl konnte die Katastrophe auch nur in Grenzen halten. Da wurde sogar die Fertigstellung von Straßen, Wohnanlagen, Informationsbauten (Donauinsel) sowie die Inbetriebnahme einer neuen U-Bahn-Linie auf den Wahltermin abgestimmt… Hunderte Ordnungskräfte sollten die Einhaltung einer "Wiener Hausordnung" überwachen, ein Aufgabe, die nicht so kurz vor der Wahl greifen konnte und damit zur Alibi-Aktion verkommen musste. Alle roten Unternehmen haben mit einem Riesen-Anzeigenvolumen versucht zu retten, was nicht mehr zu retten war. Neben den „unabhängigen und parteifreien“ Medien, die sich mit ihrer eindimensionalen Berichterstattung bei zehntausenden Lesern viele Sympathien verscherzt haben, sind auch die „Politologen“ und Marktforscher wieder nicht in der Lage gewesen, das Ausmaß des Strache-Triumphes voraus zu sagen. Bis zuletzt wurde mit Trends argumentiert, die erst von der ersten Hochrechnung ad absurdum geführt wurden. Jetzt am Tag danach merkt man an den verhaltenen Schlagzeilen und Meuchelfotos, dass die relevanten Zeitungen, die jedenfalls von den Anzeigenumsätzen her zu den Wahlgewinnern gehören, mehr oder weniger trotzig reagieren…
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