Sonntag, 29. Mai 2011

Sonntagsöffnung: Der alte Lugner muss her, damit endlich etwas weitergeht...

Schluss mit dem Ladenschluss!

Richard Lugner ("Lugner City") und andere Wiener Geschäftsleute klagen gegen die Sonntagssperre. Bravo! Es ist krank, wenn man ein Geschäft, das man machen könnte, nicht machen darf, weil es die merkwürdige Allianz Kirche - Gewerkschaft - Wirtschaftskammer nicht erlaubt. Insbesondere in den großen Geschäftsstraßen sollte sonntags offen sein, denn das bringt Devisen! Das ist der große Unterschied. Deviseneinnahmen können nicht einfach auf Montag verschoben werden, denn da ist der gute Gast schon wieder ganz wo anders...

Insbesondere Gewerkschaft und Kirche malen ein düsteres Bild von den Konsequenzen einer Sonntags-Öffnung: "Was machen berufstätige Eltern oder Alleinerzieherinnen mit ihren betreuungspflichtigen Kindern, wenn sie bereits im Morgengrauen, bis spät in Nacht hinein oder am Sonntag im Geschäft stehen müssen und kein privates Betreuungsnetz vorhanden ist?" Na, ganz einfach: Sie arbeiten nicht und sind zu Hause bei ihren Sprösslingen! Sie werden auch gar nicht gebraucht, gibt es doch eine riesige Nachfrage von Menschen in anderen Lebenssituationen, die am liebsten Sonntag im Geschäft stehen würden, weil es da am meisten zu verdienen gibt!

Der BILLA in Wien am Praterstern hat beispielsweise schon immer sonntags offen und ist die erfolgreichste Filiale in Österreich! Fragen Sie doch mal nach, meine Damen und Herren von der Gewerkschaft, ob es dort ein Personalproblem gibt. Keinesfalls, im Gegenteil - die Nachfrage nach einem Job übersteigt das Angebot bei weitem.

Wir leben in einer pluralistischen Gesellschaft - das wird keine Amtskirche, keine verstaubte Gewerkschaft und kein biederer Wirtschaftsverein ändern. Schauen wir uns die Sache also vom (bösen?) Markt, vom Bedarf her an. Der Versuch, den Bedarf an Kirche dadurch bequem zu erhöhen, in dem man der "Konkurrenz" einfach verbietet aufzusperren, muss letztlich scheitern. Der Versuch der Gewerkschaft, Mitarbeiter gegen ihren Willen vor "Ausbeutung", der Versuch der Wirtschaftskämmerer ein Mitglied vor den Aktivitäten des anderen zu schützen, muss letztlich scheitern.

Warum nicht den Familien (mit Kleinkindern), den Senioren, den Singles, den Jugendlichen, den Touristen (!) jeweils das anbieten, was sie brauchen? Warum so tun, als müssten bei Sonntagsöffnung alle sonntags von früh bis spät arbeiten? Warum nicht zumindest jene Einkaufsstraßen sonntags öffnen, durch die sich Touristenströme wälzen? Warum auf wertvolle Devisen verzichten, die oftmals nur an diesem einen Tag verdient werden können? Warum als Geschäftsinhaber am Sonntag heimlich aufsperren müssen, wenn ein Anruf aus dem ****Hotel kommt und einen wohlhabenden Gast und Kunden avisiert?

Sonntags-Öffnung muss kein Streitthema sein, alle könnten das bekommen, was sie wollen: Zeitgemäßes, zielgruppenspezifisches Marketing ohne "Das war schon immer so"-Mentalität macht das möglich. Die Zeiten sind längst vorbei, in denen ein genormter Mensch ein genormtes Angebot zu akzeptieren hatte. Unsere Nachbarn machen es vor. Dort käme kein Mensch auf die Idee zuzusperren, wenn Nachfrage besteht.

Ein weiterer wichtiger Aspekt: Gewerkschaft und Kirche sollten einmal in den Märkten nachfragen, wie viele Lebensmittel nur deshalb vernichtet werden müssen, weil es keine Sonn- und Feiertagsöffnung gibt. Tausende Tonnen wertvolle Ware laufen über Weihnachten, Ostern, Pfingsten ab, könnten an diesen Feiertagen aber verkauft werden, wenn es, ja wenn es halt erlaubt wäre…

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