Montag, 15. Oktober 2012

Stratos - Baumgartner: Sensationsmedien geben sich kritisch

ÖSTERREICH-Chef Wolfgang Fellner - sonst zu jeder Schandtat bereit - gab sich nach dem ersten Misserfolg im Kommentar "Wie wichtig ist eine Nicht-Sprung aus dem Weltall" betont kritisch. Auch andere Schreiber konnten es sich nicht verkneifen, dem österreichischen Helden Felix Baumgartner ans Bein zu pinkeln. Erst als die Menschen weltweit euphorisch reagierten, kam der Schwenk und die Erkenntnis: Baumgartner liefert und verdient an Schlagzeilen, genau wie wir! Er tut das also letztlich auch für uns, liefert Super-Aufmacher mit Bild ("Heute springt er aus dem All", "Rekordsprung über die Schallmauer")! Und dann weiter in großer Aufmachung im Innenteil!

Medien kritisieren vieles, wovon sie eigentlich leben... Sie distanzieren sich damit (nobel) von eigenen Inhalten: "Seht her, wir zeigen diesen Promi-Busen, ja, aber wir finden das total verwerflich. - Und zu den 50 Millionen für das Stratos-Projekt (die von Fellner ebenfalls mit Hinweis auf den Welthunger kritisiert wurden): Die Kosten für ein Projekt wie Stratos sind allemal besser angelegt als die Milliarden, die in der österreichischen Verwaltung (ohne Schlagzeilen und ohne Nutzen für die Hungernden) versickern...

Report: Jubel nach geglücktem
Stratosphären-Sprung

Roswell/Wien (dpa >gmx) - Er steigt aus der Kapsel, salutiert und stürzt sich vom Rand des Weltalls in die Tiefe. Felix Baumgartner schreibt am Sonntag mit seinem Rekordsprung aus rund 39 Kilometern Höhe Geschichte.

© Reuters
Ersten Anzeichen nach hat der 43-Jährige Österreicher als erster Mensch im freien Fall Schallgeschwindigkeit erreicht.
Offiziell werden dies erst in den nächsten Tagen die Auswertung der Messergebnisse zeigen. Der Jubel des Teams in Roswell im US-Staat New Mexico war dennoch jetzt schon grenzenlos. Auf jeden Fall hat Baumgartner zwei Weltrekorde gebrochen: den höchsten bemannten Ballonflug und den höchsten Fallschirmsprung.
Es sind faszinierende und pathetische Bilder, die Sonntagabend live im Fernsehen und im Internet über Millionen Bildschirme flimmern: Die Erde von oben, der Abenteurer im Astronautenanzug und schließlich der Sprung. Ein Ersatzhandlung für die Generation, die die Mondlandung noch nicht miterlebt hat, beschreibt ein Fernsehmoderator das Spektakel am Sonntag.
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