Freitag, 27. Juni 2014

Donauinselfest Wien: Extreme Menschen- und Tierquälerei

Natürlich können beteiligte Medien nur mit den Wölfen heulen, aber schön wäre es trotzdem, wenn sich auch ansonsten so engagierte Tierredaktionen mutig dazu äußern würden: Was passiert mit Flora und Fauna, wenn drei Tage lang, das natürliche Gleichgewicht auf der Insel großflächig so massiv gestört wird? Kritische Stimmen unerwünscht? Will man die übermächtigen roten (Wiener) Anzeigenkunden nicht verärgern?

Wo viel Licht ist, ist auch viel Schatten: Das Donauinselfest ist das größte Open-Air-Festival Europas (das allerdings in dieser Form nirgendwo anders genehmigt werden würde). Über 3 Millionen Menschen strömen Jahr für Jahr auf die Insel, Mehr als 500 Stunden Live-Programm - und das an einem einzigen langen Wochenende! Die Spaßgesellschaft hat also ihren Event der Superlative. Was macht es da schon aus, wenn zehntausende Menschen im 2. und 20. Bezirk sowie unzählige Lebewesen hilflos einer Lärmorgie unvorstellbaren Ausmaßes ausgesetzt sind. Wenn weder am Tag noch in der Nacht Schlaf möglich ist, wenn sich Alte, Kranke, Schichtarbeiter, Mütter von Kleinkindern, Tierfreunde vor den drei Tagen fürchten, an denen auf der sonst meist ruhigen Insel die Hölle los ist. Die Grünen, die sich ansonsten als Tierfreunde geben, haben als Teil der Wiener Stadtregierung nichts dagegen, dass für das Donauinselfest ein Lebensraum zerstört wird, dass die Tierwelt, die sich vom letzten Fest kaum erholt hat, von neuem bis zum Tod geschockt wird. So wird das Fest der Rekorde für die Natur zur Rekordkatastrophe. Wo schwere Lkw, beladen mit den bunten Utensilien der Spaßgesellschaft, abseits der befestigten Straßen drüberrollen, hat kein Maulwurf eine Überlebenschance, wenn Millionen Füße über verdorrte oder bei Regen schlammige Wiesen trampeln, muss die Natur kapitulieren. Zivilisationsmüll wie Plastikflaschen, Pappbecher, Bierdosen und Essensreste werden in den Morast einer vergnügungssüchtigen Meute massiert... Jede Menge Exkremente, garniert mit Papier, zieren am Tag danach die Buschregionen. Uringeruchs-Schwaden ziehen übers Land und zeugen vom gewaltigen Durst der Besucher. Jeder, der die Insel wirklich liebt, ist entsetzt und traurig, wie sein wunderbares Refugium nach dem Fest, diesem Zeugnis roter Gigantomanie, zugerichtet ist. Da können die Reinigungskolonnen auch keine Wunder mehr wirken. Nur langsam verheilen die Narben, die ihr der Unverstand und die Brutalität der Spaßgesellschaft geschlagen haben.

Keine Kommentare: