Freitag, 7. August 2015

Ein ganzes Land in Geiselhaft von Asylanten

Österreich: Das Schiff schwankt

Wenn das Schiff einmal zu schaukeln beginnt, ist es nur mehr sehr schwer zu stabilisieren. Die Passagiere versuchen alle, sich auf die höhere Seite zu retten. Ein Kentern ist in den meisten Fällen nicht mehr zu verhindern, gerade dann, wenn niemand das Kommando übernimmt. Ein Kollektiv ohne oder mit schwacher Führung muss letztlich scheitern. Das Schiff Österreich treibt weitgehend führungslos dahin, und es ist nur noch eine Frage der Zeit bis der Ruf "Rette sich, wer kann!" Chaos auslöst.

Am Beispiel der Flüchtlingsproblematik wird die Hilflosigkeit des Landes bis hinauf zur EU-Ebene deutlich. Zeltstädte sind Zeugnis für das verzweifelte Agieren zwischen Humanität und realen Möglichkeiten. Dabei richtet sich der Blick nur auf das Bewältigen des momentanen Ansturms. Wo können die Asylwerber untergebracht werden, für eine Nacht, für eine Woche... Aber was dann? Wer überprüft die Identität, die Angaben, Lebensläufe Tausender Menschen, von denen man weiß, dass nicht alle Schicksale der Wahrheit entsprechen. Ja, so mancher Terrorist soll sich als traumatisierter Flüchtling tarnen.

Wenn es doch nur die Asylanten und deren Integration wäre, die unser Land herausfordern! Probleme auf allen wesentlichen Gebieten machen die Situation schier ausweglos. Einen viel-Fronten-Krieg kann man nicht gewinnen. Das Bildungswesen liegt darnieder, der Gesundheits- und Pflegebereich braucht dringend mehr Mittel, die Justiz ist ein Sanierungsfall, die Polizei steht der Zunahme an Delikten hilflos gegenüber, wirklich verfolgt werden meist nur noch Straftaten, bei denen Menschen zu schaden kommen.

Das Hypo-Milliarden-Desaster und der Kärntner HCB-Giftskandal machen die Liste keineswegs vollständig. Und über allem thront gleichsam die seit Jahrzehnten aufgeschobene Verwaltungsreform. Der Song Contest kam in dieser unübersichtlichen Problem-Konstellation gerade recht. Der Ruf nach mehr Toleranz schallt wie ein Sturm der Verzweiflung über die allgemeine Ratlosigkeit hinweg. Geht es überhaupt noch vorrangig um Verständnis für Schwule, Lesben und Transsexuelle oder einfach nur um das Flehen des politischen Establishments, Milde walten zu lassen - in einer Situation, die angeblich niemand - in diesem katastrophalen Ausmaß - vorhersehen konnte...

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