Mittwoch, 28. Oktober 2015

Tabuthema Flüchtling und Gesundheit


Man muss die Wahrheit in "Spiegel online" suchen:

"In den Zelten zieht es nachts"

Dass in den Notunterkünften längst nicht alles zum Besten steht, beweisen zum Beispiel Schilderungen aus einer Zeltstadt in Wetzlar. Dort kümmern sich, wie an vielen anderen Orten auch, Freiwillige um die Versorgung der Angekommenen. "In den Zelten zieht es nachts", sagt ein Arzt. "Die hygienischen Verhältnisse sind nicht so toll", beklagt eine Kollegin.

Es ist nur ein schlaglichtartiges Bild, zeigt aber, vor welchen Herausforderungen die Helfer stehen: 470 Menschen leben laut Regierungspräsidium zurzeit in der Notunterkunft in Wetzlar, zeitweilig waren es mehr als 800. In den Camps gebe es zu wenige Mediziner, sagt die eigentlich pensionierte Ärztin Ingrid Knell, die als Freiwillige arbeitet.

Sie hat mithilfe des Roten Kreuzes eine Nothilfe-Praxis gegenüber vom Lager-Eingang aufgebaut. Die wenigen Kollegen im Camp seien "total überfordert". "Was die leisten, ist mörderisch." Auf einen Arzt kämen bis zu hundert Patienten am Tag.

In Wetzlar gibt es immer wieder Infektionen. Vor einigen Wochen gab es Fälle von Hepatitis A . Inzwischen sind alle Betroffenen immunisiert und dürften eigentlich raus aus den Zelten. "Aber jetzt sind unsWindpockendazwischengekommen", sagt Ärztin Knell.

Dazu kommen Krankheiten, die Flüchtlinge aus ihrer Heimat mitbringen, wie etwa Malaria. Oder Krankheiten, die deutsche Mediziner selten sehen, wie Fadenwürmer unter der Haut. Verletzungen, die auf der Flucht entstanden sind: Schürfwunden, Prellungen, Schnittwunden. Probleme von Massenunterkünften wie Läuse.

Die Ärzte in der Erstaufnahme würden "bis an die Grenzen ihrer Möglichkeiten arbeiten", bestätigt Hessens Ärztepräsident Gottfried von Knoblauch zu Hatzbach. "Die ärztliche Versorgung hinkt hinterher." Im August schickte er einen Brandbrief an seine Kollegen: Jeder werde gebraucht, "ganz gleich, ob Vertragsarzt mit Zeit in den Abendstunden, Krankenhausarzt mit Kapazitäten am Wochenende, Ärzte in Familienzeit oder im Ruhestand."

(Spiegel Ende)

Und wie ist die Lage in Österreich?

Die Deutschen sind Perfektionisten und bewegen sich an der Grenze der Belastbarkeit. Österreichs Amtsärzte schweigen, wenn sie nach den Gefahren durch Parasiten befragt werden. Ein politisch nicht korrekter: "Würmer? Wie bei uns nach dem Krieg. Eigentlich müsste man bei jedem Flüchtling eine Stuhlprobe nehmen. Doch das ist nicht das Problem. Wir werden nie erfahren, wie viele - auch Kleinkinder und Neugeborene -  auf der Flucht über Land ums Leben gekommen sind..."

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