(Wirtschaftsblatt)
Lebensmittel. Skandale im Lebensmittelbereich häufen sich. Jüngst ermitteln Behörden in Italien wegen verseuchter Importbeeren. Wie sicher ist die Lebensmittelkontrolle in der EU?
Seit der Krise gibt es tendenziell weniger Geld, um Lebensmittelinspektoren zu unangemeldeten Kontrollen in die Betriebe schicken zu können", sagt eine Sprecherin von BEUC, dem Dachverband der europäischen Konsumentenschützer in Brüssel, zum WirtschaftsBlatt. Gleichzeitig werde die Unabhängigkeit der Inspektoren insgesamt unterminiert: Für Kontrollen würden nun weniger unabhängige Beamte herangezogen, dafür gebe es mehr Kontrollmacht für die Firmenangestellten selber. Die Folge seien Interessenkonflikte und voreingenommene Überprüfungen.
Jüngstes Beispiel über uninformierte Konsumenten ist der Fall von mit Hepatitis A verseuchten Importbeeren in Italien, wie das Wirtschafts-Blatt gestern berichtete. Während sich der Fall offenbar am Radar des Schnellwarnsystems RASFF befindet, dringt die Neuigkeit nur über die ermittelnde Justiz in Italien an die Öffentlichkeit. Gegen zehn italienische Importfirmen ermittelt nun die italienische Staatsanwaltschaft.
Last, but not least fordert BEUC höhere Strafen für Unternehmen im Fall von Lebensmittelbetrug oder Fleischskandalen. Derzeit ist es ein nicht festgelegter Prozentsatz des Umsatzes. Firmen verbuchen das oft als Geschäftsausgabe. BEUC fordert Geldstrafen mindestens in Höhe des erzielten Gewinns.
Mehr Transparenz
Für mehr Transparenz bei Lebensmittelkontrollen macht sich auch der deutsche NGO Foodwatch stark. Er schlägt vor, das dänische "Smiley-System" zu übernehmen. Dort werden Ergebnisse von Lebensmittelkontrollen am betreffenden Ort veröffentlicht, also in Mensen, Fleischhauereien, Bäckereien oder bei Supermärkten.
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