Merkels Umgang mit Schuldgefühlen

In einem Essay (Standard v. 10.09.2016) geht die geniale Andrea Roedig, freie Publistin, umfassend auf das Thema Schuldgefühle ein. Auch wenn es in dem Text vor allem um diesbezügliche Probleme in Beziehungen geht, lassen sich doch erstaunliche Analogien zu aktuellen Geschehnissen auf einer ganz anderen Ebene herstellen.
Merkel, die mächtigste Frau der Welt (Forbesliste) und führender Gutmensch in Europa, hat mit ihrem allumfassenden Sager „Wir schaffen das schon“ das Tor zu Europa für Fremde (und den Islam) so weit aufgemacht, dass jetzt niemand mehr den Fuß dazwischen bekommt. Millionen haben diese Einladung schon – vielfach unkontrolliert - angenommen, und Millionen sind auf dem Sprung, ihre Chance zu nützen. Noch nie hat unbedachte oder naive Kommunikation so viel Unheil über einen ganzen Kontinent gebracht. Zuletzt hat Merkel versucht, ihre Schuld auf alle zu verteilen: „Wir müssen uns alle an der Nase nehmen.“
Leicht abgewandelt meint Andrea Roedig zum Umgang mit Schuldgefühlen, zum Verhalten bei fehlendem Schuldbewusstsein: „…Unglaublich und immer noch ein Rätsel ist, dass in einem, der (hier verallgemeinert) ‚Schreckliches‘ zu verantworten hat, nichts sein soll, kein Gefühl der Schuld. Es sei abgespalten, verdrängt, geleugnet, so heißt es, umgebogen zum Schutz der eigenen Person, die zusammenbrechen würde unter der Last des Ungeheuerlichen. ‚Lieber Täter sein als Opfer von Schuldgefühlen‘, so geht der Mechanismus. Das Schuldgefühl ist dann nicht da. Oder vielmehr: Es ist woanders, bei den Opfern…“
Und die Opfer sind wir, die europäischen Bürger, vor allem die in den gutmenschlich regierten Ländern Österreich, Deutschland, Schweden, Norwegen… Das wirklich Schlimme daran: Das alles ist erst der Anfang.
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