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Schönborn räumt Umdenken in Flüchtlingsfrage ein - Ortet Überforderung
Krone am Moren - 24.12.2016, 16:30
Zu Weihnachten hat Kardinal Christoph Schönborn ein bemerkenswertes Eingeständnis gemacht. Er räumte ein Umdenken in der Flüchtlingsfrage ein und sprach von einer Überforderung. "Wir haben erfahren müssen: Das geht über unsere Kapazitäten und Möglichkeiten hinaus", so der Kardinal.
Wie viele andere auch sei er von der großen Zahl der Asylsuchenden überrascht und in seinen Wortmeldungen mittlerweile "vorsichtiger" geworden, so Schönborn am Freitag in der ZiB 2.
Er selbst habe anfangs - wie viele Experten - mit der deutschen Kanzlerin Angela Merkel "Wir schaffen das" gesagt. Doch mit der Zeit habe sich in der Gesellschaft ein Gefühl der Überforderung durch die "unglaubliche Zahl an Flüchtlingen" breit gemacht.
Das Problem habe eine andere Dimension bekommen, weshalb europäische Lösungen notwendig seien, sagte Schönborn. Satt alle Flüchtlinge aufzunehmen, müsse man zuerst auf Hilfe vor Ort setzen, damit die Menschen wieder in ihrer Heimat leben können, so Schönborn. Hoffnung auf Möglichkeiten zur Rückkehr sieht der Kardinal derzeit etwa im Irak.
Generell sieht Schönborn angesichts des Terrors eine "große Verunsicherung". Man müsse vielleicht einfach lernen, dass das Leben unsicher sei, sagte der Kardinal.
Kommentar von Doris Vettermann: Realitätssinn
Es sind ungewöhnliche Worte für einen Vertreter der Kirche, die Kardinal Christoph Schönborn über die Flüchtlingsthematik gesprochen hat. Es sind aber auch Worte, die den Realitätssinn des Kardinals unter Beweis stellen. Ja, der enorme Ansturm der Asylwerber hat uns überfordert - ja, das darf man zugeben.
Zu den Realitätsverweigerern zählt hingegen EU-Bürokrat und Kommissionspräsident Juncker. Nach dem Anschlag in Berlin - verübt von einem Tunesier, der als Flüchtling nach Deutschland gekommen war - sagt Juncker allen Ernstes, die EU werde nichts an ihrer Asylpolitik ändern. Diese sieht bekanntermaßen so aus: Auf den griechischen Inseln sitzen Tausende Flüchtlinge fest, der Deal mit der Türkei funktioniert mehr schlecht als recht, von Fairness und Solidarität keine Spur, abgelehnte Asylwerber werden nicht abgeschoben. Das MUSS sich ändern!
Es sind ungewöhnliche Worte für einen Vertreter der Kirche, die Kardinal Christoph Schönborn über die Flüchtlingsthematik gesprochen hat. Es sind aber auch Worte, die den Realitätssinn des Kardinals unter Beweis stellen. Ja, der enorme Ansturm der Asylwerber hat uns überfordert - ja, das darf man zugeben.
Zu den Realitätsverweigerern zählt hingegen EU-Bürokrat und Kommissionspräsident Juncker. Nach dem Anschlag in Berlin - verübt von einem Tunesier, der als Flüchtling nach Deutschland gekommen war - sagt Juncker allen Ernstes, die EU werde nichts an ihrer Asylpolitik ändern. Diese sieht bekanntermaßen so aus: Auf den griechischen Inseln sitzen Tausende Flüchtlinge fest, der Deal mit der Türkei funktioniert mehr schlecht als recht, von Fairness und Solidarität keine Spur, abgelehnte Asylwerber werden nicht abgeschoben. Das MUSS sich ändern!
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