Sonntag, 5. August 2012

Der Euro allein kann Europa nicht zusammenhalten

Unterschiedliche Sprachen, Kulturen/Mentalitäten und Wirtschaftsysteme kann man nicht mit Hilfe einer Gemeinschaftswährung zusammenzwingen, das Durchmischen verschiedenster Völker führt nicht zu einem Multikulti-Heile-Welt-Ergebnis. Das "größte Friedensprojekt aller Zeiten" droht mit größter Wahrscheinlichkeit zu scheitern - auch weil sich der Krieg auf die Straße verlagert hat. Und das passiert im direkten Umfeld, im Alltag der Menschen. Wenn ich den Namen meines Nachbarn nicht mehr aussprechen kann, ist jede Integrationsbemühung vergebens, weil das Heimatgefühl verloren geht. - Monti hat recht, weil er offenbar ein Gespür für das hat, was hinter der hartnäckigen Eu(ro)phorie seit langem vor sich geht.

Monti fürchtet ein Auseinanderbrechen Europas                                                                               

Hamburg (dpa) - Die anhaltende Euro-Krise gefährdet nach Einschätzung von Italiens Premierminister Mario Monti den Zusammenhalt in Europa. "Die Spannungen, die in den letzten Jahren die Euro-Zone begleiten, tragen bereits die Züge einer psychologischen Auflösung Europas".

Das sagte Monti dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Wenn die gemeinsame Währung zu einem Faktor des europäischen Auseinanderdriftens werde, "dann sind die Grundlagen des Projekts Europa zerstört".
Monti empfahl den Regierungschefs der EU, sich ihre Handlungsfreiheit auch gegenüber den eigenen Parlamenten zu bewahren: "Wenn sich Regierungen vollständig durch die Entscheidungen ihrer Parlamente binden ließen, ohne einen eigenen Verhandlungsspielraum zu bewahren, wäre das Auseinanderbrechen Europas wahrscheinlicher als eine engere Integration."

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