Montag, 11. November 2013

Budget Österreich: Angst vor Kassasturz - Ende einer Selbsttäuschung

Armutszeugnis: Kassasturz ist nicht sofort machbar. Ein Land ohne Über-/Durchblick
Jeder seriöse Kaufmann muss jederzeit in der Lage sein, seine aktuelle Situation festzustellen. Nicht so die Firma Österreich. Jetzt rächt sich der viel gepriesene österreichische Weg des Verharmlosens. Ja, wir stehen - auf den ersten Blick - auf manchen Gebieten besser da als der EU-Schnitt. Aber wenn es heißt, dass wir die Krise gut überstanden haben, muss man sich schon fragen, wie "genial" wir das geschafft haben. Die Banken wurden mit Unsummen an Steuergeld gerettet, die (Jugend-)Arbeitslosigkeit mit Hilfe von teuren Beschäftigungs-/Schulungs-Programmen künstlich nieder gehalten. Das geht nicht auf Dauer, wie man jetzt sieht. Strukturell (Verwaltungsreform) ist so gut wie nichts passiert. In jeder Bilanz werden Forderungen und Verbindlichkeiten einander gegenübergestellt. Ohne diesen Saldo kann die Situation eines Unternehmens nicht seriös beschrieben werden. Und da schaut es im Unternehmen Österreich besonders trist aus. Die Verbindlichkeiten (Versäumnisse) in den Bereichen Verwaltung/Strukturreform, ausgelagerte Gesellschaften/ AGs, Schulen/Universitäten, Gesundheitswesen/ Pflege, Pensionen, Justiz, Integration, Hypo Alpe-Adria, Infrastruktur, Bundesländer-Defizite ... sind extrem hoch, die offenen Forderungen (Steuern, Abgaben...) hingegen kaum nennenswert. Der Saldo zulasten der Verbindlichkeiten (unerledigte „Hausaufgaben“) geht in die zig Milliarden und müsste strenggenommen dem „offiziellen Schuldenstand“ zugerechnet werden. Wenn man das ehrlich tun würde, müsste man erkennen, dass wir tatsächlich keineswegs ein EU-Musterland sind...

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