Windige Journalisten können es nicht lassen, dem großen alten Mann ans Bein zu pinkeln, machen sich (aus der Deckung) hinterfotzig über ihn lustig, nennen immer wieder genüsslich sein Alter, machen ihn mit ihren bösartig-dummen Fragen nervös, verweisen darauf, dass er kein (detailliertes) Programm hat, obwohl er selbst Programm genug ist, schimpfen ihn Milliardär. Doch "das System" beginnt langsam zu realisieren, dass eine neue Ära angebrochen ist. Der starre Parteien- und Funktionärsstaat gerät ins Wanken. Klar, dass die etablierten Machtstrukturen hilflos und daher untergriffig reagieren. Statt positiv zu sagen: Hoffentlich kann der Österreich- und Weltverbesserer halten, was er verspricht. Statt diesem Idealisten alles Gute zu wünschen, wünschen sie ihm alles Schlechte...
Dazu passen zwei Mails
> An Peter Rabl, Kurier-Herausgeber: "Es verwundert auf den ersten Blick, warum der Kurier durchwegs gegen Stronach schreibt. Nach Ihrem Kommentar am Sonntag ist wohl jedem klar, wer die Blattlinie vorgibt: Natürlich der Herausgeber als verlängerter Arm des Eigentümers Raiffeisen! Und dass Stronach kein Freund dieser schwarzen Bank ist, hat er ja hinreichend kund getan. Natürlich weisen Sie und Ihre Getreuen alibimäßig auf seine Verdienste als Unternehmer hin, ja, aber dann folgt mit schöner Regelmäßigkeit ein völlig übertriebenes Gemetzel. Stronach sei ein Teil "des Systems", weil er sich Politiker in seine Unternehmen geholt habe. Dass ich nicht lache: So wenig Menschenkenntnis haben Sie? Der Mann gibt so viel eigenes Geld aus, um sich "im System" nach oben zu arbeiten? Sie spüren kein bisschen Idealismus hinter seinen Initiativen? Und dann regen Sie sich über seine "menschenverachtende" Formulierung "Umprogrammieren" auf, obwohl Sie verstehen müssten, dass Stronach nach so vielen Jahren im englischsprachigen Ausland oft große Schwierigkeiten hat, die richtigen Worte zu finden. So wird der Kurier seine Reichweite nicht ausbauen können und weiter auf der Stelle treten oder sogar Einbußen hinnehmen müssen, weil er Tausende Leser vor den Kopf stößt."
> An Andreas Schwarz, Redakteur: "Eher traurig, wie Sie mit Ihrer Seite-1-Schreibe einen Mann verunglimpfen, vor dem Sie, ein weitgehend bedeutungsloser Text-Fabrikant, den Hut ziehen müssten. An die 30 % der Österreicher tun das (nachweislich), weil sie das Lebenswerk Stronachs zu schätzen wissen. "Wie der Mann Milliardär werden konnte? Auch eine lustige Frage." Da kann ich nur den Kopf schütteln. Während Sie ängstlich der (jeweiligen) Blattlinie hinterher hecheln, hat "der Mann" ein Imperium mit über 70.000 Arbeitsplätzen geschaffen... Falls Ihre Kolumne witzig oder zumindest originell rüberkommen sollte, kann ich Ihnen nur raten, sowas Ihrem werten Kollegen Tartarotti zu überlassen: Der kann das besser."
Dienstag, 9. Oktober 2012
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