Donnerstag, 12. Januar 2017

Von wegen "Wir haben unbequeme Wahrheiten ignoriert": Der Mann hat immer noch nicht verstanden, wie es uns Bürgern im Alltag geht. Liest er keine Zeitungen, schaut er nicht bei FB... rein, weiß er nichts von den furchtbaren Verbrechen, die täglich passieren und meist nur auf freiem Fuß angezeigt werden, weil die Gefängnisse übervoll sind, weiß er nichts von der Angst der Frauen, besonders nachts unterwegs zu sein? Die "wirklichen Wahrheiten" wurden wieder unter den Teppich gekehrt. Diesem Politiker und Selbstdarsteller glaubt doch niemand mehr.


Krone am Morgen - 11.01.2017, 20:09

"Wir haben unbequeme Wahrheiten ignoriert" - Kerns Eingeständnis:

Nach wochenlanger Vorbereitung hat Bundeskanzler und SPÖ-Chef Christian Kern am Mittwoch in Wels seinen "Plan A" für Österreichs Zukunft mit einer großen Grundsatzrede vor rund 1500 geladenen Gästen präsentiert. Darin räumte er aber auch Fehler seiner Partei in der Vergangenheit ein: "Wir haben unbequeme Wahrheiten ignoriert." Kern rief daher zu einem Kurswechsel auf und will sich dabei ein Beispiel an den USA nehmen: "Wir müssen wie die Amerikaner vor der Mondlandung denken."

Zu Beginn richtete Kern eine Entschuldigung an ehemalige SPÖ-Wähler aus. "In den letzten Jahrzehnten haben sich viele von uns abgewendet. Es ist unsere Schuld, nicht eure. Nicht ihr habt euren Weg verlassen, wir haben unseren Weg verlassen. Daher verstehe ich eure Enttäuschung und möchte mich dafür entschuldigen", sagte Kern. Und fügte hinzu: "Wir haben die Zeichen der Zeit nicht erkannt. Wir sind nicht mehr der Katalisator der Veränderung. Wir waren zu sehr mit der Verwaltung beschäftigt."

Die SPÖ habe "unbequeme Wahrheiten ignoriert" und sich zu sehr an einer Fortschreibung des Status Quo orientiert. "Deshalb werden wir ab heute unseren Kurs ändern", sagte Kern. Er sei nicht angetreten, um auf seiner Visitenkarte "Bundeskanzler" stehen zu haben. Er wolle das Land "gerechter machen, gestalten und verändern".

Gleichzeitig beschwor Kern das Selbstbewusstsein der Amerikaner vor der Mondladung 1969: Für seinen "Plan A" wünsche er sich eine "Initiative" wie vor dem "Moonshot".


Foto: APA/BARBARA GINDL


Foto: APA/BARBARA GINDL
"200.000 neue Arbeitsplätze bis 2020 schaffen"
Intensiv widmete sich Kern in seiner Rede der derzeitigen Situation auf dem Arbeitsmarkt. "Wir müssen den Menschen ihre Würde zurückgeben. Unser Ziel ist es, bis zum Jahr 2020 insgesamt 200.000 neue Arbeitsplätze zu schaffen. Langfristig müssen wir Vollbeschäftigung herstellen", so Kern. Dafür brauche es einen neuen Plan, um die Modernisierung voranzutreiben. "Wir sind ein starkes Land und ich bin überzeugt, dass wir noch viel mehr erreichen können als wir uns zumuten." Laut Kern müsse man den Staat deregulieren, um die Staatsverschuldung zu senken. "Reiche Erben müssen mehr beitragen. Es ist falsch, über neue Belastungen nachzudenken."

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